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  • Österreich: Digitalisierung des Radios noch nicht aktuell

03.11.2009, 15:59 Uhr, ar

Wien - Die österreichische Regulierungsbehörde RTR, die Kommunikationsbehörde Austria sowie Vertreter von Radiosendern halten die Digitalisierung des Radios langfristig für nötig, jedoch noch nicht zum jetzigen Zeitpunkt.


Seit Dezember 2008 haben die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH zusammen mit der Kommunikationsbehörde Austria den Bedarf von digitalem Radio ausgewertet und Empfehlungen erarbeitet, berichtet die RTR. Die Ergebnisse wurden am Dienstag präsentiert.
 
"Wir sind einhellig der Meinung, dass die Einführung des Digitalen Hörfunks in Zukunft stattfinden muss, um die Wettbewerbsfähigkeit des Radios in Österreich nachhaltig zu sichern", sagt RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl.
 
Jedoch will sich Österreich noch mit dem Ausbau von DAB beziehungsweise DAB Plus zurückhalten. "Dass wir derzeit in Österreich den Hörfunk noch nicht digitalisieren, liegt u.a. daran, dass es gerade in unserem Nachbarland Deutschland derzeit keinen einheitlichen Willen gibt, DAB bzw. DAB Plus großflächig und daher erfolgreich zu launchen", so Grinschgl.
 
"Erste Schritte zur Realisierung von DAB beziehungsweise DAB Plus, wobei wir diese Technologie als die derzeit beste Form betrachten, sind die Schaffung entsprechender gesetzlicher Rahmenbedingungen und die Etablierung einer `Interessengemeinschaft Digitaler Hörfunk´, die auf nationaler und internationaler Ebene für eine einheitliche Vorgangsweise und eine einheitliche Technologie eintritt", so Grinschgl weiter.
 
Aus Sicht des ORF sei die Zeit für die Einführung von Digitalradio noch nicht reif. Es gebe keine Anzeichen, dass in Deutschland flächendeckend DAB oder DAB Plus eingeführt werde. Einen Alleingang von Österreich könne der ORF gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht befürworten.
 
"Der ORF lehnt auch einen Abschaltzeitpunkt von UKW ab. In jedem österreichischen Haushalt stehen vier bis fünf Radioapparate, die mit einem Schlag ersetzt werden müssten. Wir wollen die Hörer nicht zum Umschalten zwingen, sondern mit neuen attraktiven Radioformaten das Digitalradio schmackhaft machen", findet Peter Moosmann, technischer Direktor des ORF.
 
Der Vorsitzende des Verbandes Österreichischer Privatsender, Christian Stögmüller, hält grundsätzlich die Digitalisierung des Hörfunks für erforderlich, dies insbesondere aus Gründen der Chancengleichheit, der Vielfaltsüberlegungen und auch der Zukunftsorientierung des Hörfunkbereichs. Die Konsumenten sollten durch neue Programm- beziehungsweise Zusatzangebote überzeugt werden, dass sie Vorteile durch einen Umstieg von der analogen auf die digitale Empfangstechnik erhalten würden.
 
In Deutschland steht die Fortführung von DAB derzeit auf dem Spiel. Durch die Weigerung der KEF, die Mittel für das digitale Radio freizugeben (DIGITAL FERNSEHEN berichtete), "ist der Nationale Hörfunk gezwungen, die bisherige Verbreitung seiner Programme Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur über DAB zum Jahresende einzustellen und den geplanten Neustart des digitalen Hörfunks mit dem Übertragungsstandard DAB plus abzusagen", so der Hörfunkrat des Deutschlandradios.
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