Kabel Deutschland setzt "Pegeltests" seit rund zwei Jahren ein

03.12.2009, 10:53 Uhr, ar

Unterföhring - Seit rund zwei Jahren setzt der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) sogenannte Pegeltests ein. Die Vorwürfe, dass dabei Kunden in professionelle Verkaufsgespräche verwickelt werden, lässt KDG weiterhin unkommentiert.


"Kabel Deutschland setzt die Signalprüfung seit circa zwei Jahren ein, um mögliche Kundenbeeinträchtigungen/Störungen frühzeitig zu erkennen und schnell beseitigen zu können - bevor eine Störungsmeldung durch den Kunden erfolgt", sagt ein KDG-Sprecher gegenüber DIGITAL FERNSEHEN auf Anfrage. So sei es KDG möglich, "die Qualität der angebotenen Leistung kontinuierlich zu verbessern".
 
Zudem sagt der Sprecher: "Der Pegeltester wird auch bei anderen Kabelnetzbetreibern eingesetzt". Zu den Vorwürfen, dass die "Medienberater" Kunden auch in professionelle Verkaufsgespräche verwickelt, will KDG keinen Kommentar abgeben.
 
Kabel Deutschland habe in den letzten Jahren weniger als eine Million in die Entwicklung, Weiterentwicklung und Beschaffung des Pegeltesters investiert. "Derzeit wird an der 3. Generation des Gerätes gearbeitet", erläutert der Sprecher.
 
Der Pegeltest sei ein kostenloser Service von Kabel Deutschland und diene der allgemeinen Qualitätssicherung im Kabelnetz. "Die Medienberater von Kabel Deutschland überprüfen mit Hilfe eines Messgerätes - einem Pegeltester - die an der Kabeldose anliegende Signalstärke, um ein einwandfreies Fernsehbild zu überprüfen", so der Sprecher weiter. Der Kunde entscheide selbst, ob er diesen Service annehmen wolle. Jeder Medienberater von Kabel Deutschland könne sich zudem jederzeit beim Kunden mit einem Dienstausweis legitimieren (DF berichtete).
 
Diverse Medien berichteten von "dubiosen" Verkaufspraktiken der KDG-Berater in Zusammenhang mit den Pegeltests. Das Vertrauen der Kunden zu "Technikern" würde genutzt, um weitere Produkte des Kabelnetzbetreibers zu verkaufen. Dazu gäbe es angeblich sogar konkrete Schulungsunterlagen.
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