Landesmedienanstalten: Analoge Sat-Übertragung endet 2012 (Update)

14.12.2009, 11:21 Uhr, ar

Stuttgart - Die Landesmedienanstalten schlagen vor, die analoge Verbreitung über Satellit spätestens am 30. April 2012 zu beenden.


Das ist das Ergebnis von Gesprächen, die der Digitalbeauftragte der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK), Hans Hege, eigenen Angaben zufolge mit den TV-Veranstaltern und anderen Marktteilnehmern geführt hat.
 
Nach dem Digitalisierungsbericht 2009 der Landesmedienanstalten empfingen schon mehr als 70 Prozent der Satellitenhaushalte ihre Programme digital. Da das derzeitige digitale Fernsehangebot in Standard Qualität (SDTV) auch in Zukunft unverschlüsselt empfangen werden könne und die Programmvielfalt im Digitalen größer sei, werde der Digitalisierungsgrad in den kommenden Jahren weiter steigen.
 
"Ein konkretes Abschaltdatum, ab dem es keine analogen Programmangebote über Satellit mehr gibt, schafft Klarheit für alle Beteiligten", so Thomas Langheinrich, Vorsitzender der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK), "Zuschauer und Geräteindustrie können sich damit rechtzeitig auf die Umstellung vorbereiten."
 
Aufgabe sei es jetzt, ein Kommunikationskonzept zu entwickeln, das von allen Veranstaltern mit getragen werde. Vorbild könne dabei die erfolgreiche Praxis bei der Umstellung des terrestrischen Fernsehens auf DVB-T sein.
 
"Da die analoge Satellitenübertragung auch noch zur Heranführung vieler Programme an Kabelanlagen genutzt wird, muss auch den Belangen der Kabelnetzbetreiber Rechnung getragen werden", so die ZAK. Ein zentrales Anliegen der Plattformregulierung werde es sein, Nachteile für kleinere Programmveranstalter im Rahmen des Umstellungsprozesses zu vermeiden.
 
"Von der vollständigen Digitalisierung der Satellitenübertragung erhoffen wir uns auch einen Durchbruch bei der Nutzung der digitalen Kabelübertragung", erklärte der ZAK-Digitalbeauftragte, Hans Hege. "Mit steigenden digitalen Reichweiten erhöhen sich auch die Chancen für die Finanzierung neuer Angebote."
 
Am Rande des FRK-Kabelkongresses stellten ARD und ZDF klar, dass es nach dem 30. April 2012 keine analoge Ausstrahlung ihrer Programme über Satellit mehr geben wird. Dies bekräftigten sowohl ZDF-Justiziar Carl-Eugen Eberle als auch der Digitalbeauftragte der ARD, Michael Albrecht. "Gehen Sie mal davon aus, dass dies ein fixes Datum ist", so Eberle auf dem Podium (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
 
In einem Interview gegenüber DF bezeichnete Wolfram Bittel den 30. April 2012 hingegen als "möglichen" Termin. "Ein Ausstieg aus der analogen Programmverbreitung über Satellit sollte gemeinsam mit den anderen Marktteilnehmern vorgenommen werden", so Bittel.
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