VPRT bleibt bei Kritik an ZDF Neo

15.06.2010, 16:15 Uhr, mw

Mainz - Der Privatsender-Verband VPRT bleibt bei seiner Kritik am Sendekonzept von ZDF Neo. Obwohl der VPRT mit einer Beschwerde scheiterte, will er den Sender weiterhin beobachten und behält sich weitere Schritte vor.


Das Sendekonzept von ZDF Neo bleibt weiter in der Kritik des VPRT. Der Privatsenderverband war vor wenigen Wochen mit einer Beschwerde bei den Bundesländern gegen das Programm von ZDF Neo gescheitert. Verbandspräsident Jürgen Doetz sagte DIGITAL FERNSEHEN: "Das Schreiben der Rechtsaufsicht ist in keinster Weise zufriedenstellend. Der VPRT und die von dieser Entwicklung besonders betroffenen privaten Fernsehsender werden weiter beobachten, wie sich ZDF Neo auf dem Programmmarkt geriert und Abweichungen vom Programmkonzept dokumentieren.” Der Verband behalte sich auf dieser Grundlage zu gegebener Zeit weitere Schritte vor.
 
Der VPRT hatte an Hand des verabschiedeten Konzeptes zum sogenannten ZDF-Familienkanal unter anderem kritisiert, das Programm würde weg von der angekündigten und genehmigten Fortentwicklung des Dokukanals hin zu einem unterhaltenden Quasi-Vollprogramm - ohne Nachrichtenanteil - ausgebaut. Die Hauptsendezeit bestehe vielfach aus Serien, Filmen, Doku-Soaps, Comedy und Krimis und ist den Angeboten privater Veranstalter zum Verwechseln ähnlich, so der VPRT.
 
Zur Ablehnung der VPRT-Beschwerde sagte Doetz: "Eine inhaltliche Herleitung der Begründung fehlt in dem knappen Einseiter, den der VPRT im Namen der Länder vom Chef der Schleswig-Holsteinischen Staatskanzlei, Dr. Arne Wulff, erhalten hat, gänzlich.” Es werde lediglich behauptet, dass die geringfügigen Abweichungen des aktuellen Programmkonzepts von ZDF Neo keinen Verstoß gegen die Bestimmungen des Rundfunkstaatsvertrags darstellten.
 
Doetz sagte DIGITAL FERNSEHEN, Inhalt und Umfang des Schreibens der Rechtsaufsicht dokumentierten lediglich den vom VPRT beobachteten Willen, in diesem Thema nicht tätig werden zu wollen. Inhaltlich erfolge keine Auseinandersetzung, folglich würden auch die Vorwürfe nicht entkräftet. Im Gegenteil, Abweichungen würden zwar eingeräumt, jedoch aus dieser Tatsache keine Konsequenzen gezogen.
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