HD-Angebotsvergleich bei deutschen Kabelbetreibern

01.08.2010, 05:20 Uhr, mw

Leipzig - HDTV-Sender sind nicht nur über Satellit, sondern auch in immer mehr Kabelnetzen in Deutschland und den angrenzenden Ländern zu empfangen. Wir stellen die Situation in ausgewählten Kabelnetzen vor und gehen auf die Widrigkeiten des Empfangs ein.


Die neuen HDTV-Kanäle werden rein digital ausgestrahlt, ein digitaler Kabelreceiver ist somit Mindestvoraussetzung für den Empfang von HDTV im neuen Videokompressionsstandard MPEG-4 AVC (H.264). In der Regel werden eigens für den Betrieb in den jeweiligen Kabelnetzen spezielle Set-Top-Boxen direkt vom Kabelnetzprovider angeboten. Gegen eine Einmalzahlung oder monatliche Gebühr erhalten Sie ein zertifiziertes Gerät, die Freischaltung weiterer digitaler Programmpakete wird über eine sogenannte Smartcard realisiert.
 
Diese ist so groß wie eine Telefonkarte und findet im CA-Slot des Kabelreceivers ihren Platz, wo sie die abonnierten Kanäle freischaltet. Einzig die öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste HD, ZDF HD und Arte HD sind unverschlüsselt zu empfangen, ein einfacher HDTV-Receiver oder Fernseher mit DVB-C-Tuner reichen in diesem Falle aus.

Im Gegensatz zum Satellitenempfang unterscheidet sich die Verfügbarkeit der HDTV-Angebote von Kabelnetzbetreiber zu Kabelnetzbetreiberzum Teil erheblich: Nicht alle Anbieter speisen auch alle Sender ein, die man über Satellit empfangen kann. Vorbildlich ist hier Kabel BW, die insgesamt 19 HDTV-Sender im Angebot haben. Andere Anbieter sind deutlich unattraktiver. Da der Platz im Kabelnetz beschränkt ist, muss die Verteilung der Fernseh- und Radioprogramme, wie auch der Internet- und Telefondienste, optimal gestaltet werden. Im Kabelnetz steht dabei der Frequenzbereich von 47 bis 862 Megahertz (MHz) zur Verfügung, dieser wird meist komplett mit den Diensten belegt. Einzig die Abschaltung der analogen Vertriebswege kann zukünftig neue Kabelkapazität freigeben.
 
Um alle Dienste des Kabels zu beziehen, muss der Empfangsweg zum Kunden komplett für den Frequenzbereich bis 862 MHz ausgebaut sein. Wird auf dem Weg von der Kabelkopfstation bis zum Hausübergabepunkt der Frequenzbereich limitiert, fallen einige Dienste der Übertragungsschere zum Opfer. Wohnen Sie in einem Bereich, der nicht oder nicht vollständig ausgebaut ist, müssen Sie unweigerlich Einschnitte bei der Senderauswahl hinnehmen. Bei Deutschlands größtem Kabelnetzprovider Kabel Deutschland gibt es drei Ausbaustufen: 470 MHz, 630 MHz und 862 MHz. Werden HDTV-Sender auf einem Kanal ausgestrahlt, der außerhalb des eigenen Frequenzbereichs liegt, bleibt der Bildschirm dunkel. Ähnlich ist die Situation bei anderen Kabelnetzanbietern, denn nicht alle haben teure Investitionen zum Ausbau der Kabelnetze auf sich genommen. In diesem Fall bleibt nur zu warten, bis der Ausbau stattgefunden hat, oder Sie müssen auf alternative Empfangswege (z. B. Satellit) umsteigen.
 
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