Kaum Nachfrage nach Eutelsat-DVB-T

24.06.2010, 09:15 Uhr, mg

Leipzig - Seit dem Start der erstmaligen Verbreitung von verschlüsselten DVB-T-Programmen im MPEG-4-Standard ist bald ein Jahr vergangen. Trotzdem konnte das unter dem Namen Viseo Plus verbreitete Angebot bei der breiten Masse der Zuschauer nicht punkten.


Nach Recherchen von DIGITAL FERNSEHEN kommt der Verkauf von Digitalreceivern für das am 15. Oktober 2009 eingeführte Viseo Plus in verschiedensten Elektro-Fachandlungen in den Regionen Stuttgart und Halle/Leipzig auch durch die Fußball-WM nicht in Schwung.
 
Der Satellitenbetreiber Eutelsat überträgt in Stuttgart und Leipzig via DVB-T ein verschlüsseltes Senderpaket der RTL-Gruppe. Bisher sind zwei Receivermodelle der Marken Topfield und Zenega im Angebot. Die Nachfrage sei derzeit auf einem moderaten Niveau, sagte der Distributor Sky Vision DIGITAL FERNSEHEN. Bis Ende Juni wolle der Großhändler 2 000 Zenega-Geräte an den Handel verkauft haben. K1-Electronic, Distributor der Topfield-Boxen, verkaufte nach Recherchen des DF-Schwestermagazins DIGITAL INSIDER bisher eine ähnliche Zahl an Geräten an die regionalen Fachhändler.
 
Wie viele der Boxen schließlich beim Endkunden gelandet sind, ist nicht bekannt. Der Betreiber Eutelsat wollte auf DF-Anfrage jedenfalls keine präzisen Angaben zu Absatz- und Abonnentenzahlen machen. Das Unternehmen sei jedoch "mit der bisherigen Entwicklung zufrieden". Eutelsat-DVB-T vermarktet neben den normalerweise frei empfangen DVB-T-Programmen der RTL-Gruppe auch die Pay-Programme RTL Crime und RTL Passion allesamt verschlüsselt.
 
Ihr Sender sei "mit der bisherigen Resonanz des Projektes zufrieden", sagte eine RTL-Sprecherin auf Anfrage von DIGITAL FERNSEHEN. Jedoch sei derzeit kein konkreter Ausbau der Zusammenarbeit geplant.
 
Über den Erfolg von verschlüsselten Sendern via DVB-T, die in anderen Regionen Deutschlands unverschlüsselt ausstrahlen, kann also weiter spekuliert werden. Verbraucherschützer vermuteten bereits zum Start des Projekts, dass die Endkunden "nicht zugreifen" würden (DF berichtete).
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