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  • Bisher nur geringes Interesse am Handy-TV

15.06.2006, 16:13 Uhr, lf

Nur 7,6 Prozent der Deutschen würden sich ein Handy-TV-fähiges Mobiltelefon anschaffen, wenn das Handy-TV auf Sendung geht.


Dies ging aus einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Magazins Zeit Wissen hervor, bei der 1 009 Menschen befragt wurden.

Auffällig ist auch, dass das Interesse am Handy-TV bei Männern viel stärker ausgeprägt ist, 10,2 Prozent der Befragten gaben an, ein TV-fähiges Handy kaufen zu wollen. Frauen stehen dem neuen Medium skeptischer gegenüber, nur 5,3 Prozent würden ihr Geld für Handy-TV ausgeben.
 
Handy-TV steckt in Deutschland noch im Anfangsstadium. Über UMTS lassen sich schon kleine Filmchen ansehen und DMB ist pünktlich zur WM in Stuttgart, Frankfurt, München, Gelsenkirchen, Köln und Berlin gestartet. Der dritte Standard DVB-H befindet sich weiterhin in der Testphase.
 
Die Vielzahl der Standards ist ein weiteres Problem des Handy-TVs. Denn bisher besteht noch keine Klarheit darüber, welches System sich letztlich am Markt behaupten wird. Ob dies nun UMTS, das auf den Digitalradiostandard DAB aufbauende DMB oder doch DVB-H werden wird, weiß noch niemand.
 
Dazu kommt noch das Problem mit den fehlenden Inhalten. Wie die Zeit Wissen berichtet, erfordern das besondere Nutzerverhalten sowie die technischen Voraussetzungen eigens für das Handy produzierte Inhalte. Denn die Displays sind relativ klein, können Farben nicht sehr präzise darstellen und schwächeln bei den Kontrasten - alles Faktoren, auf die bei der Produktion geachtet werden muss.
 
Doch eigene Inhalte zu produzieren kostet Geld, welches sich bei den bisherigen Nutzerzahlen nur schwer wieder einspielen lässt. Zwar gibt es vereinzelte Projekte, wie z. B. von der Ufa, die diesen Sommer eine eigene Handy-Serie produzieren möchte (DIGITAL FERNSEHEN hat darüber berichtet). Aber für ein volles Programm sind bislang bei weitem nicht genügend Produktionen vorhanden.
 
Dabei ist auch das Nutzerverhalten sehr speziell. Alle bisherigen Erfahrungen lassen erkennen, dass vor allem kurze Beiträge bei den Testpersonen auf Interesse stoßen. Aktuelle Berichte, Sportzusammenfassungen und Videoclips waren dabei die beliebtesten Formate.
 
Eine Zweitverwertung des normalen Fernsehprogramms für das Handy bietet sich nur bedingt an. Deswegen wird es einen großen Investitionsaufwand kosten, bis sich das Handy-TV durchgesetzt hat. Doch ohne die geeigneten Inhalte dürfte der neue Service für den Endverbraucher weiterhin von geringem Interesse sein.
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