Sky rechnet bis 2011 mit roten Zahlen - Hoffnungsträger HDTV

02.08.2010, 18:20 Uhr, ar

München - Die Pay-TV-Plattform Sky ist auch im zweiten Quartal nicht aus den roten Zahlen gekommen. Das Unternehmen veröffentlichte am Montagabend in München vorläufige Bilanzzahlen des abgelaufenen Drei-Monats-Zeitraums.


Demnach belief sich der Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) auf 47,4 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte das Defizit mit 63,4 Millionen Euro sogar noch um 16 Millionen Euro höher gelegen. Parallel kletterte der aus Pay-TV-Abonnements erwirtschaftete Umsatz um 18,7 Prozent. Jeder Kunde spülte im Schnitt 28,62 Euro monatlich in die Kassen des Anbieters - ein für die Bezahlfernseh-Branche niedriger Wert, der aber eine deutliche Steigerung gegenüber 2009 (25,20 Euro) darstellt.
 
Schwierig lief es weiterhin bei der Gewinnung von Neukunden. Gingen zwischen April und Juni letzten Jahres unter dem Strich 7 000 Abonnenten verloren, gab es im aktuellen Bilanzzeitraum immerhin einen Nettozuwachs von 6 000 zahlenden Zuschauern. Bei der annualisierten Quartals-Kündigungsquote verwies das Unternehmen stolz auf einen Wert von 16,3 Prozent. Dies sei das niedrigste Niveau der vergangenen fünf Jahre, hieß es. Insgesamt verzeichnete Sky Deutschland zum Stichtag 30. Juni 2,476 Millionen Abonnenten.
 
Zur Erfolgsgeschichte entwickelt sich für Sky das Thema HDTV. Der Anteil der Kunden mit HD-Option kletterte innerhalb des letzten Jahres von 8,4 auf aktuell 14,9 Prozent. Durch die Inbetriebnahme drei weiterer HD-Kanäle am 13. August erhofft sich der neue Sky-Vorstandschef Brian Sullivan einen weiteren Zuwachs für das restliche Jahr. Auch die kürzlich eingeführten Festplatten-Receiver (Sky-Plus) und das Multiroom-Abo für Zweit- und Drittempfänger im selben Haushalt sollen zusätzliche Umsätze generieren.
 
Im 2. Quartal 2010 erwirtschaftete Sky Deutschland einen Gesamtumsatz von 236,1 Millionen Euro (Q2 2009: 230,6 Millionen Euro). Die Umsätze aus Abonnements stiegen im Jahresvergleich um 18,7 Prozent und liegen bei 212,4 Millionen Euro (Q2 2009: 179,0 Millionen Euro). Wie erwartet sei dieser Anstieg durch den Rückgang der Umsätze in den Bereichen Wholesale-Abonnements, Hardware und sonstigen Umsätzen jedoch nahezu ausgeglichen worden, hieß es. Unter anderem aufgrund geringerer Kosten für die Übertragung der Fußball-Bundesliga und anderer Programmrechte sanken die ooperativen Kosten auf 294,3 (Q2 2009: 305,3) Millionen Euro.
 
Das Quartalsergebnis lag bei -81,9 Millionen Euro (Q2 2009: -365,8 Millionen Euro), wobei allein 253,9 Milliionen Euro auf die Abschreibung der Marke Premiere entfielen. Die Schuldenlast in Form von Nettoverbindlichkeiten erhöhte sich gegenüber dem Jahresende von 162,4 auf 253,9 Millionen Euro.
 
Für das Gesamtjahr 2010 rechnet das Management weiterhin mit einem Minus unter dem Strich. Das prognostizierte negative EBITDA wurde mit "langsamerem Abonnentenwachstum und der durch den Kapitalzufluss ermöglichten Investitionen in wesentliche Wachstumsmaßnahmen" begründet. Auch für 2011 geht das Unternehmen aktuell von einem Fehlbetrag aus, zeigte sich aber optimistisch, dass dieser deutlich niedriger als im laufenden Jahr ausfalle.
 
Vorstandschef Sullivan sprach vier Monate nach seinem Amtsantritt von "ermutigenden Zeichen", räumte allerdings ein, dass er mit der Geschwindigkeit der Entwicklung noch nicht zufrieden sei. Er wolle den Fokus künftig vor allem auf Bereiche legen, in denen Sky gegenüber anderen Anbietern ein Alleinstellungsmerkmal besitze, sagte Sullivan und nannte exemplarisch "schärferes HD" und eine Erweiterung der Produktpalette durch "Schlüssel-Innovationen".
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