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  • Private wollen über DVB-T verschlüsseln

25.07.2006, 15:25 Uhr, lf

Ab 2009 könnten die kommerziellen Programme der RTL- Group über DVB-T verschlüsselt werden.


Dies berichtete die Hannoversche Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe.

Auf Anfrage von DIGITAL FERNSEHEN bestätigte der Vizedirektor der Nieder- sächsischen Landesmedien- anstalten (NLM) Andreas Fischer, dass die RTL-Gruppe dies- bezüglich eine Anfrage gestellt hat.
 
Medienrechtlich wäre die Verschlüsselung durchaus möglich. „Die privaten Rundfunk- veranstalter sind nicht gezwungen, ihre Programme unverschlüsselt anzubieten“, erklärte Fischer gegenüber DF. Der Termin 2009 bietet sich für die Rundfunkveranstalter insofern an, weil dann der Fünf- jahresvertrag mit T-Systems, die für die Einspeisung des Signals in die DVB-T-Netze zuständig sind, ausläuft und neu verhandelt werden muss.
 
RTL wollte die konkreten Verschlüsselungspläne ab 2009 gegenüber DF nicht bestätigen, wobei die Verschlüsselung an sich bei RTL durchaus ein Thema ist. "Für uns macht es perspektivisch keinen Sinn, die Verbreitungswege im Hinblick auf Verschlüsselung unter- schiedlich zu behandeln. Das ist aber nichts, was wir die nächsten Monate entscheiden werden", verdeutlichte eine RTL-Presse- sprecherin.
 
Auch über die Höhe einer eventuellen Gebühr konnte die Unter- nehmenssprecherin nichts aussagen. Genauso wenig wurde die Frage beantwortet, ob im Falle einer Verschlüsselung die RTL-Sender dann gleichfalls in allen DVB-T-Gebieten zu empfangen wären. Bisher sind die privaten Sender ausschließlich in einigen wenigen Ballungs- gebieten vertreten. DVB-T-Regionen mit geringeren Einwohnerzahlen werden von den kommerziellen Programmanbietern bisher aus Kostengründen nicht beliefert.
 
Die ProSiebenSat.1-Group gab gegenüber DF an, noch keine Pläne in Richtung DVB-T-Verschlüsselung zu haben. Jedoch bleibt zu bezwei- feln, ob RTL hier einen Alleingang wagen wird. Außerdem forcieren beide Sendegruppen bereits die Satellliten-Verschlüsselung ihrer Programme über die digitale Dolphin-Plattform von Astra.
 
Sollte die Codierung der privaten Programme Realität werden, dann bräuchten alle Fernsehzuschauer, die ihr Programm über DVB-T empfangen, neue Receiver, die mit einer Verschlüsselungstech- nologie, einem so genannten Conditional-Access-System, ausge- stattet sind. Ansonsten könnten im Fall der Fälle weiterhin nur die öffentlich-rechtlichen Programme empfangen werden. Die bleiben von der Verschlüsselung selbstverständlich unberührt.
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