Kabel Eins: Inkassoverband prüft rechtliche Schritte gegen Serie

26.03.2012, 13:21 Uhr, sv

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) protestiert gegen die Reality-Doku "Die Geldeintreiber - gnadenlos gerecht", welche am heutigen Montag auf Kabel Eins startet. Mit dem Format werde "ein neuer TV-Tiefpunkt erreicht", welcher in Deutschland unmögliche Praktiken von Schuldeneintreibern zeige.


Im Interesse des Verbraucherschutzes fordere der Verband daher erneut ein hartes und effizientes Vorgehen gegen unseriöse Geldeintreiber, verlautbarte der BDIU am Montag in einer Pressemitteilung. Der Sender selbst bezeichnete die Protagonisten als "Inkasso-Musketiere", einer von ihnen trägt den Spitznamen "Machete". Ganz klar wirbt der Sender also mit den eventuell harten Konfrontationen, wenn die schwarz gekleideten, muskelbepackten Protagonisten auf säumige Zahler treffen - "natürlich alles im Rahmen des Gesetzes", wie der Pressetext von Kabel Eins verkündet.
 
Für BDIU-Geschäftsführer Kay Uwe Berg ist allerdings "mit diesem Format ein neuer TV-Tiefpunkt erreicht". Dabei kritisierte er auch die Sendergruppe ProSiebenSat.1, zu der Kabel Eins gehört. Während Verbrauchermagazine wie "Akte" auf Sat.1 immer wieder zu Recht vor unseriösen Geldeintreibern warnten, suggeriere der Schwestersender nun, dass solch eine Art des Geldeintreibens hierzulande möglich sei, so Berg.


Denn nach Informationen der BDIU handelt es sich bei den vorgestellten Geldeintreibern um das "Inkasso-Team Moskau", gegen das der Inkassoverband bereits in der Vergangenheit rechtlich vorgegangen ist. Vor dem Landgericht Köln wurde schon 2008 erfolgreich eine Unterlassungsverfügung gegen die Firma "ITM Inkasso-Team Moskau" erwirkt.
 
"ITM Inkasso-Team Moskau" darf demnach keine Inkassodienstleistungen ankündigen oder ausführen. Gegen die Nachfolgefirma von "ITM" wurden auf Klage des BDIU ein Jahr später vom Kölner Landgericht Ordnungsgelder in Höhe von 67 500 Euro verhängt. Dementsprechend werde der Branchenverband auch jetzt alle in Betracht kommenden rechtlichen Schritte gegen die Sendung prüfen.

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