BLM-Präsident Ring fordert 100 Millionen Euro für DAB Plus

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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München – Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring, fordert aus den Versteigerungserlösen der Digitalen Dividende 100 Millionen Euro für die Markteinführung von DAB Plus.

„Wenn das Bundeswirtschaftsministerium aus den Versteigerungserlösen der Digitalen Dividende 100 Millionen Euro für die Digitalisierung des Hörfunks in Deutschland als Anschubfinanzierung für die Privatradios zur Verfügung stellen würde, wären die notwendigen Investitionen in das Netz gedeckt und das Problem der Markteinführung gelöst“, fordert Ring.
 
Darüber hinaus rief der BLM-Präsident Bund und Länder dazu auf, möglichst rasch ein konkretes Datum für die Abschaltung von UKW festzulegen, berichtet die BLM. Er zitierte in diesem Zusammenhang aus dem aktuellen Telekommunikationsgesetz, das einen Widerruf der Frequenzzuteilungen für den UKW-Hörfunk bis spätestens 2015 vorsieht mit einer Übergangsfrist von mindestens einem Jahr.
 
„Zugegeben, das Datum 2015 ist aus heutiger Sicht sehr kühn. Realistisch ist ein Datum zwischen 2018 und 2020, wenn der Start von DAB Plus 2010 erfolgt. Ein solches Szenario stünde mit dem geltenden Recht in Einklang. Je früher sich Bund und Länder gemeinsam in diese Richtung positionieren, umso früher haben wir Planungssicherheit für alle Beteiligten.“
 
Ring erwarte, dass sich die Ministerpräsidenten Ende Oktober für eine Zuordnung der bundesweiten Übertragungskapazitäten für DAB entscheiden. Diese Entscheidung ist notwendig, damit die Landesmedienanstalten die entsprechenden Kapazitäten ausschreiben können, so die BLM. „Zuordnung bedeutet Ausschreibung“, sagt Ring dazu. Er warnte davor, dass sich Deutschland in Europa isolieren würde, wenn die Markteinführung von DAB nicht energisch betrieben werde.
 
So plane Großbritannien alle Hörfunkprogramme bis 2015 nur noch digital abzustrahlen. Jeder dritte britische Haushalt besitze mittlerweile ein DAB-Gerät. In Norwegen seien es derzeit 20 Prozent der Haushalte, in der Schweiz zehn Prozent. In Frankreich gebe es ein klares Votum von Regierung, öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk für DMB, das auch zur DAB-Systemfamilie gehört.
 
„Es geht aus meiner Sicht nicht um die Frage DAB – ja oder nein, es geht allein um die Frage, wollen und können wir uns ein Einführungsszenario leisten, das sich über 20 oder 25 Jahre hinzieht und auf dem viele auf der Strecke bleiben werden, oder schaffen wir es in fünf bis zehn Jahren“, sagte Ring.
 
Internet-Radio sei allein auf Grund der Übertragungskosten keine Alternative, sondern eine Ergänzung zu DAB. Man brauche jetzt neue Programme in ganz Deutschland um den Nutzer zum Kauf von DAB-Geräten zu motivieren. Und es müsse für DAB vor allem in den reichweitenstarken UKW-Programmen geworben werden, um die Verbraucher auf DAB aufmerksam zu machen.
 
Zum Thema Zukunft des digitalen Radios hat die BLM der Veranstaltung „Medien in Deutschland – alles digital außer Radio?“ in Berlin angekündigt. Entscheider aus Politik, Medienaufsicht, Industrie und Medienunternehmen diskutieren dabei über die verbleibenden Chancen von Digital Radio in Deutschland, berichtet die BLM. [ar]

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4 Kommentare im Forum

  1. AW: BLM-Präsident Ring fordert 100 Millionen Euro für DAB Plus Ach, Herr Ring ist doch noch im Amt. Warum brauchen wir eigentlich DAB Plus in Bayern? Ich kenne DAB seit 13 Jahren und irgendwie hat sich mir der Sinn noch nicht so richtig erschlossen.
  2. AW: BLM-Präsident Ring fordert 100 Millionen Euro für DAB Plus BLM Präsident (Ring) hat wahrscheinlich als einziger die Lage von DAB - Plus in Deutschland erkannt. Es kann aber auch nicht sein, daß er nur von Millionen redet ohne gleichzeitig einen Plan vorzulegen wie man DAB - Plus als Nachfolgeprogramm von UKW populär machen will. Meiner Meinung nach müsste das wie folgt geschehen: 1. Es kann nicht sein, das Sender abgeschaltet werden 2. Um viele Hörer zu erreichen, müsste die Sendeleistung auf 10 KW erhöht werden 3. Sendeanstalten müssten um Kosten zu sparen, verschiedene attraktive Programme nur in DAB - Plus ausstrahlen. 4. Bei 10 KW Sendeleistung, damit verbunden einen größere Reichweite, würden sich bestimmt auch private Anbieter finden. Bei dem ganzen Hin und Her in Deutschland frage ich mich schon lange, wozu bezahle ich meine GEZ Gebüren?
  3. AW: BLM-Präsident Ring fordert 100 Millionen Euro für DAB Plus Um Beamten das Geld zu zahlen, was der Staat nicht mehr schaft. Naja UKW wird es noch ne weille geben. Digitalradio, wird es noch viel schwerer haben als Digital TV. Den im Radio ist keine gute Bildqualität gefordert. Die meisten haben auch Ihre Lieblingslieder auf em MP3 Player.
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