Göttinger Feldhamster bremst Bau eines 80 Meter hohen Sendemasts für DVB-T aus

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Bild: © JuergenL - Fotolia.com
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Göttingen – Um den DVB-T-Fernsehempfang im Göttingen und Umgebung zu verbessern, will der NDR einen 80 Meter hohen Sendemast bei Hetjershausen errichten. Gegen das Projekt regt sich allerdings lokaler Widerstand.

Viele Fernsehzuschauer in Göttingen und naher Umgebung, die ihre TV-Signale über DVB-T und Zimmerantenne empfangen, haben ein Problem: Besonders bei schlechtem Wetter bleibt das Bild manchmal stehen oder fällt ganz aus, da das von einem Sendemast bei Moringen ausgestrahlte Signal zu weit entfernt für einen störungsfreien Empfang ist. Darüber berichtet das Göttinger Tageblatt.
 
Nach Darstellung der Zeitung will der Norddeutsche Rundfunk (NDR) dieses Problem jetzt beseitigen und einen 80 Meter hohen Sendemast errichten.
„Eigentlich sollte der Mast bereits Ende vergangenen Jahres in Betrieb gehen. Dazu kam es jedoch nicht. Zum einen steht dem der Protest von Anwohnern entgegen, zum anderen der Landschaftsschutz und laut NDR auch der legendäre Göttinger Feldhamster, der sich schon bei universitären Großbauten den Ruf eines Projektkillers erworben hat“, heißt es bei der Lokalzeitung.
 
Eine Gruppe von Anwohnern befürchte eine Gefährdung durch Eisbildung und Strahlung, Windgeräusche und eine Beeinträchtigung des Ortsbildes. Außerdem bestreiten sie den Bedarf für den Mast, den der NDR ins Feld führt. Die Folge: Das Projekt kommt nicht voran, wie NDR-Sprecher Martin Gartzke dem Göttinger Tageblatt bestätigt.
 
Baurechtlich hat der NDR ein Problem, wenn er sich mit den Einwohnern nicht einigen kann, denn der Turm steht zu nah an den Wohngebäuden und darf daher nicht genehmigt werden.
 
Allerdings ist auch ein Alternativstandort keine Option, denn das umliegende Areal ist als Landschaftsschutzgebiet eingestuft. Gebaut werden darf dort nicht. Die bisher vorgeschlagenen Alternativstandorte, sagt NDR-Sprecher Gartzke, scheiterten an dieser Hürde. Nun denkt die Stadt über eine Ausnahmeregelung nach, was den legendären Göttinger Feldhamster beruhigen dürfte. Sein Revier bleibt unberührt. [mg]

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  • Empfang_DVB-T_Artikelbild: © JuergenL - Fotolia.com

7 Kommentare im Forum

  1. AW: Göttinger Feldhamster bremst Bau eines 80 Meter hohen Sendemasts für DVB-T aus Wer in Göttingen kein DVB-T ungestört reinbekommt, hat entweder n Knall oder n tauben Receiver. Meistens aber Beides. Aus 20-30km senden gleich zwei fette 50kW-Sender von Norden und Süden - dazu der Harz. Es ist ein ganz normales Empfangsgebiet für Zimmer- oder Außenantennen. Es gibt technisch nicht den geringsten Grund für weitere Sendemasten - meistens liegt es wie immer nur an dem überteuerten Technisat DigiPal-2, der es nicht bringt. Was kann der Hamster für diese armen Käufer, die meinten, mit weit geöffnetem Geldbeutel ganz sicher auch taugliche Ware zu erhalten ...
  2. AW: Göttinger Feldhamster bremst Bau eines 80 Meter hohen Sendemasts für DVB-T aus Warum nutzt der NDR nicht den bestehenden Mast in Hetjershausen? Von dort wurde jahrelang analog ARD-NDR für Göttingen ausgestrahlt. Außerdem gibt es noch den NDR-Hörfunksendemast in Nikolausberg oder den Telekom-FMT Bovenden/ Osterberg. Im Übrigen ist in Göttingen DVB-T vom Hohen Meißner und Habichtswald bestens zu empfangen. Der Hohe Meißner war zu Analogzeiten problemlos selbst mit Zimmerantenne in einwandfreier Qualität zu empfangen. Der NDR sollte sich lieber endlich dazu durchringen die Müritzregion zu versorgen und den Sender Röbel mit DVB-T ausstatten.
  3. AW: Göttinger Feldhamster bremst Bau eines 80 Meter hohen Sendemasts für DVB-T aus digifreak - danke für die Bestätigung. In Bezug auf die Investitions-Schere des NDR in Göttingen zum Überfluss zu klotzen und im Osten widerlich zu geizen, sage ich: De Duivel schiet imme op n chrauten Haupen.
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