Arena-Ausstrahlung im Kabel steht auf der Kippe

0
25
Bild: © soupstock - Fotolia.com
Bild: © soupstock - Fotolia.com
Anzeige

Die Verhandlungen zwischen dem Bundesligasender Arena und den Kabelbetreibern Kabel Deutschland und Kabel BW sind festgefahren.

Wie das Handelsblatt heute berichtet, müssten, falls die Verhandlungen scheitern, mehr als die Hälfte aller deutschen Kabelhaushalte auf die Live-Übertragung der Bundesligaspiele über den Bezahlsender Arena verzichten.

Wie angespannt die Lage ist, wird aus den Aussagen der beteiligten Verhandlungs- partner gegenüber dem Wirtschaftsblatt deutlich. Eine nicht namentlich genannte Quelle eines süddeutschen Kabelbetreibers spricht sogar von einem möglichen Scheitern der Verhandlungen: „Es kann durchaus sein, dass es nicht mehr bis zum Anpfiff klappt.“ Ähnlich kämpferisch äußerte sich auch ein Sprecher von Kabel Deutschland gegenüber Handelsblatt: „Wir werden die Bundesliga nicht um jeden Preis zeigen.“
 
Auch Arena steckt keinesfalls zurück und zeigt Stärke. Christoph Bellmer, der Chef von Arena, kann sich „auch einen Saisonstart ohne Kabel Deutschland vorstellen.“ Inwiefern die deutlichen Drohungen der Verhandlungspartner tatsächlich wahr werden oder doch nur Pulverrauch sind, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden müssen. Die neue Bundesligasaison beginnt nämlich bereits wieder am 11. August.
 
Hintergrund der Streitigkeiten ist natürlich das Geld. Die Kabelveranstalter und Arena konnten sich bisher noch nicht über die Verteilung der Kosten einigen. Außerdem sind die Verhandlungen zwischen den Parteien erwartungsgemäß brisant: Arena gehört zu 100 Prozent einem weiteren großen deutschen Kabelnetzbetreiber, Unity Media, der Ish, Iesy und Tele Columbus unter sich vereint und damit gut ein Viertel der deutschen Kabelhaushalte abdeckt.
 
Um nun auch im Kabel stärker präsent zu sein, kommt Arena an den beiden Großen Kabel Deutschland und Kabel BW nicht vorbei, die 58 Prozent der Kabelhaushalte in Deutschland auf sich vereinen.
 
Die Leidtragenden eines eventuellen Scheiterns der Verhandlungen wären letztendlich die vielen Fußballfans mit Kabelanschluss. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) zeigt sich von den aktuellen Entwicklungen alarmiert und will nach Angaben des Handelsblatt mehr Druck auf die Streitpartner ausüben. Ein Scheitern der Live-Übertragung im Kabelnetz wäre auch für die DFL ein schwerer Rückschlag, hat man doch Ende letzen Jahres das Angebot des langjährigen Partners Premiere ausgeschlagen und sich für einen Verkauf der Rechte an Arena entschieden.
 
Auch wenn die Verhandlungen zur Verbreitung über das Kabel stocken, scheint Arena im Satellitenbereich große Fortschritte zu machen. Nachdem SES Astra schon seit längerer Zeit als Partner feststeht, soll nun nach Angaben des Handelsblatt auch eine Einigung mit Eutelsat kurz bevorstehen. Damit hätte Arena mit einem Schlag seine potentielle Reichweite um zwei Millionen Satellitenhaushalte erweitert.
 
Wie viele Abonnenten sich bisher für das Arena-Bundesliga-Paket entschieden haben, ist unklar, da das Unternehmen keine Zahlen dazu bekannt gibt. Nach Informationen des Wirtschaftsblatts gehen Insider von schätzungsweise 300 000 Abonnenten bis zum Start der Bundesligasaison aus, Arena selbst strebt, wie DIGITAL FERNSEHEN berichtete, eine halbe Millionen Kunden an. Die Bundesliga auf Arena kostet 14,90 Euro im Monat für alle Spiele der 1. und 2. Bundesliga. [lf]

Bildquelle:

  • Empfang_Kabel_Artikelbild: © soupstock - Fotolia.com

Kommentare im Forum

Die Kommentarfunktion ist noch nicht aktiviert