GdW ist gegen Lockerung des Kabelmarkts

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Berlin – Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) kann die Kritik der Bitkom an der Linie des Bundeskartellamts nicht verstehen. Die Übernahme kleiner Kabelnetzbetreiber durch die großen Konzerne muss laut GdW weiter verhindert werden.

So stuft der GdW die Kritik der Bitkom am Bundesverfassungsgericht als „sachlich falsch und ordnungspolitisch bedenklich“ ein. „Die von der Bitkom angeführten Beispiele zeugen von Unkenntnis über Marktanteile und tatsächliche Größenverhältnisse der Kabelnetzbetreiber und verkennen die Tatsache, dass das Kartellamt in der Vergangenheit bereits eine Vielzahl von Übernahmen und Zusammenschlüssen genehmigt hat“, so Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.

Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer hatte in dieser Woche die Kartellbehörde aufgefordert, bei der Genehmigung von Fusionen lockerere Maßstäbe anzulegen und so Übernahmen im Kabelmarkt zu erleichtern (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Dabei hatte Scheer argumentiert, dass die Kabelnetzbetreiber ansonsten im Wettbewerb mit den Telekommunikationskonzernen benachteiligt seien.
 
Der GdW-Präsident plädiert hingegen für strengere ordnungspolitische Grundsätze an Übernahmen und Verschmelzungen auf den Kabelmärkten. Wohnungswirtschaft und Verbraucher bräuchten nicht nur einen Wettbewerb zwischen den Infrastrukturen Kabel- und Telefonnetz, sondern ebenso einen funktionierenden Wettbewerb jeweils unter den Unternehmen auf einer Infrastruktur.
 
„Der Wettbewerb zwischen Kabelnetzbetreibern ist schon derzeit in einigen Regionen erheblich eingeschränkt und jede weitere Fusion würde diese Tendenz noch verschärfen“, argumentiert Freitag. Gleichzeitig stellt sich der GdW-Präsident gegen die These, dass der Zusammenschluss von Unternehmen die Verfügbarkeit von Breitbandangeboten im Kabel steigern würde.
 
„Nicht die Großen, sondern die Kleineren waren in der Vergangenheit häufig die Innovatoren. Wenn jetzt auch die großen Unternehmen Erfolge verbuchen ist dies erfreulich, jedoch kein Indiz für eine generelle höhere Leistungsfähigkeit im Vergleich zu mittelständischen Anbietern“, griff Freitag die großen Kabelkonzerne an. [lf]

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