Orion-Angebot an Primacom-Aktionäre: Annahmefrist beginnt heute

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Luxemburg – Orion Cable will die Primacom komplett übernehmen und bietet zehn Euro pro ausstehender Aktie. Dabei handelt es sich wohl um ein Gebot unter Wert, hat doch Kabel Deutschland zuletzt zwölf Euro pro Aktie gezahlt.

Das Angebot von Escaline, dem Mutterkonzern des Kabelunternehmens Orion Cable, endet am 31. August 2007. Dann müssen 50,1 Prozent in den Händen von Orion Cable sein, oder das Angebot wird zurückgezogen.

„Aktionäre, die dieses Angebot annehmen, erhalten zehn Euro in bar je Aktie und damit einen Betrag, der weit über dem Wert einer eigenständigen Primacom liegt (Stand-Alone-Wert)“, sagt Robert E. Fowler III, Geschäftsführer der Escaline, „vorausgesetzt, wir sammeln 24,8 Prozent der Aktien ein, die für die Erreichung der Mindestannahmeschwelle erforderlich sind.“
 
Orion Cable ist bereits jetzt mit 25,3 Prozent größter Aktionär bei der Primacom. Die Übernahmeinteressenten werben mit einer 27 Prozent Wertsteigerung nach dem letzten gelisteten Börsenkurs vor Bekanntwerden der Übernahmepläne. Dennoch halten Experten diesen Preis zu gering, vor allem weil die Konkurrenz von Kabel Deutschland zuletzt zwölf Euro pro Primacom-Anteil an den früheren Geschäftsführer Wolfgang Preuß überwies. Diese Beteiligung in Höhe von 18,6 Prozent wird derzeit vom Bundeskartellamt geprüft.
 
Sollten die Kartellwächter die Kabel Deutschland-Beteiligung genehmigen, können die Aktionäre wohl mit weiteren Angeboten von Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber rechnen. Insofern erscheint das Angebot der Finanzinvestoren, die hinter Orion stehen, als gering.

Fowler bietet den Aktionären laut eigenem Bekunden eine „hohe Transaktionssicherheit“ und will dann als Mehrheitseigner den „erfolgreichen Turnaround“ schaffen. Dabei redet er die Primacom, die mittlerweile wieder aus dem Gröbsten ist, absichtlich schlecht. So sei Orion Cable als größter Aktionär des Unternehmens „ernsthaft beunruhigt“ und sieht schnellen Handlungsbedarf „um eine weitere Schädigung des Unternehmens zu vermeiden“, erklärte Fowler.
 
Um dieses Ziel zu erreichen, benötige Orion mindestens 50,1 Prozent der Stimmrechte, um die Primacom zu konsolidieren, fügt Fowler hinzu. „Eine Beteiligung von mehr als 25,3 Prozent und weniger als 50,1 Prozent machte für uns wirtschaftlich keinen Sinn. Sollte das Angebot scheitern, hat Orion Cable angekündigt, weiterhin mit 25,3 Prozent wie bisher beteiligt zu bleiben.
 
Die Orion Cable-Gruppe möchte mithilfe der Primacom-Haushalte weiter wachsen und hätte dann ungefähr 4,1 Kabelhaushalte vorzuweisen. Derzeit versorgt der Kabelnetzbetreiber 3,2 Haushalte in Deutschland. Nach dem Erwerb der Tele Columbus GmbH im November 2006 und der EWT Multimedia GmbH im Dezember 2005, ist Orion Cable der führende Kabelbetreiber auf der Netzebene 4 (NE4). Dieser Bereich umfasst die Signalverteilung zwischen Grundstücksgrenze und der Steckdose in den Haushalten. [lf]

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