Telekom: „Weiteres Engagement auf dem Kabelnetzmarkt geplant“

12
13
Bild: © soupstock - Fotolia.com
Bild: © soupstock - Fotolia.com
Anzeige

Die Deutsche Telekom ist in den vergangenen Monaten sowohl beim Glasfaser-Ausbau, als auch auf dem Kabel-TV-Markt aktiv gewesen. DIGITAL FERNSEHEN sprach mit Unternehmenssprecher Ingo Hofacker über die Pläne für den weiteren Ausbau der Glasfaser-Anschlüsse sowie den Leutturmcharakter, den die Kooperation mit einem Kabelnetzbetreiber der Netzebene 4 für den Markt hat.

Herr Hofacker, vor allem in Bezug auf IPTV ist eine schnelle Internetanbindung unerlässlich. Erst kürzlich hat die Deutsche Telekom in den ersten zwölf Glasfaser-Ausbaustädten Kunden in ihr neues Glasfaser-Netz genommen. Mit den neuen Glasfaser-Anschlüssen sollen beim Herunterladen Geschwindigkeiten von bis zu 200 Megabit pro Sekunde möglich sein. Gab es bereits eine erste Resonanz der Kunden? Wie ist diese ausgefallen?
 
Ingo Hofacker: Wir bauen derzeit in 20 Städten Glasfaser in Eigenregie aus. Darüber hinaus haben wir mit den Stadtwerken in Chemnitz eine Partnerschaft für den Ausbau von 60.000 Haushalten der Stadt geschlossen und werden bundesweit die 171.000 Wohnungen der Deutschen Annington mit Glasfaser-Anschlüssen versorgen. Wir haben im vergangenen Jahr rund 170.000 Haushalte mit Glasfaser versorgt und planen in diesem Jahr in der gleichen Größenordnung. Die Resonanz entspricht unseren Erwartungen. Es ist uns dieses Jahr sehr gut gelungen, die Nachfrage bei Hausbesitzern und Kunden für die schnellen Glasfaseranschlüsse zu wecken. Immer mehr Hausbesitzer haben verstanden, dass schnelle Internetzugänge ihr Mietobjekt attraktiver machen.
 
Die Schaffung und der Ausbau einer Glasfaserinfrastruktur ist ein wichtiges Aufgabenfeld der Deutschen Telekom. Laut Kabel Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein sei der Ausbau der Glasfaser-Netze in vielen Städten und Gemeinden jedoch überflüssig. So würden die meisten Haushalte mit ihren TV-Kabelanschlüssen bereits über schnelle Internetverbindungen verfügen. Wie bewerten Sie diese Aussage?

Hofacker: Heute rufen die Menschen nicht nur Informationen übers Internet ab, sondern sie teilen Daten, Fotos oder Musik über das Netz. Die Geschwindigkeit beim Heraufladen von Daten gewinnt somit immer mehr an Bedeutung. Wir werden unseren Kunden im ersten Schritt Geschwindigkeiten von bis zu 200 Megabit pro Sekunde beim Herunterladen – also im Download – anbieten. Beim Hochladen – im Upload – werden Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich sein – das bietet heute kein anderer Anschluss. Glasfaser bietet die ideale Basis für zukünftige Dienste und Anwendungen wie Telemedizin, Online-Fortbildungen, die Nutzung von elektronischen Archiven, Heimarbeitsplätze oder die elektronische Übermittlung des Stromverbrauchs.
 
Zum Schluss noch eine kleine Frage zu Ihrer kürzlichen Kooperation mit der Antec Servicepool GmbH: Ab April 2013 werden Sie Antec-Kunden mit Fernseh- und Internetdiensten versorgen. Damit gewinnt die Deutsche Telekom den ersten Kabelnetzbetreiber der Netzebene 4. Laut einer Pressemitteilung sind auch weitere Kooperationen dieser Art vorstellbar. Gibt es hierfür bereits konkrete Pläne?
 
Hofacker: Die Kooperation mit der Antec Servicepool GmbH ist die erste und bestimmt nicht die letzte mit einem Kabelnetzbetreiber der Netzebene 4. Der Vertrag hat wegen seines Leuchtturmcharakters zu vielen interessanten Anfragen geführt. Konkretes werden wir an dieser Stelle noch nicht verkünden.
 
Vielen Dank für das Gespräch. [red]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

Bildquelle:

  • Empfang_Kabel_Artikelbild: © soupstock - Fotolia.com

12 Kommentare im Forum

  1. AW: Telekom: "Weiteres Engagement auf dem Kabelnetzmarkt geplant" Hammerstein hat absolut recht. Er hat nur verschwiegen, dass die KDG in den ausgebauten Netzen die Geschwindigkeit auch immer weiter hochschrauben wird. Nur kann die KDG dabei auf eine vorhandene Infrastruktur zurückgreifen, während die Telekom Milliarden parallel sinnlos verbuddelt, nur um infrastrukturell mithalten zu wollen. Auf der Strecke bleibt der Kunde im ländlichen Raum. Diesem Wahnsinn an Ressourcenverschwendung muss Einhalt geboten werden. Die Regulierungsbehörde könnte da zur Abwechslung mal mit intelligenten Vorschlägen in Erscheinung treten. Frage an die DF: Wäre es nicht einmal angebracht, nur um den Schein zu wahren, mal ein unvoreingenommenes Interview mit einem Entscheidungsträger der KDG zu führen? Bei Euch merkt man mittlerweile bei jedem Beitrag, wer ihn bezahlt und bestellt hat.
  2. AW: Telekom: "Weiteres Engagement auf dem Kabelnetzmarkt geplant" die Telekom hat dieses Jahr einige Netze auch im ländlichem Raum ans VDSL Netz angeschlossen so zum Beispiel auch mein 2000 Seelen Nest zu behaupten die Telekom würde im ländlichen Raum nichts stimmt also nicht, wenn man sich im OK Forum umschaut wurden auch andere ländliche Gemeinden ans VDSL Netz angeschlossen. Auch wenn ich selber ländlich wohne und Glück, aber es doch so wer ländlich wohnt wird eben niemals die Infrastruktur wie in der Stadt haben, dafür ist das wohnen halt etwas billiger und man lebt ruhiger als in der Stadt. Wer ständig die neuste Internet Technologie haben möchte muss in die größeren Städte ziehen mit allen Vor- und Nachteilen die sich daraus ergeben.
  3. AW: Telekom: "Weiteres Engagement auf dem Kabelnetzmarkt geplant" Genauer gesagt wird das schon seit einigen Jahren gemacht, mit mehr (Outdoor-DSLAMs, oftmals aber durch (Mit-)Finanzierung der Staates) oder weniger (VDSL-Aufrüstung von Indoor-DSLAMs) Aufwand.
Alle Kommentare 12 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum