Keine Abschaltung von UKW-Wellen beim RBB in den nächsten Jahren

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Patricia Schlesinger RBB
© rbb/Thorsten Klapsch
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Die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger, hat die UKW-Abschaltung von Radioprogrammen des Senders in den nächsten Jahren ausgeschlossen.

Sie sagte am Mittwoch im Medienausschuss des Abgeordnetenhauses in Berlin zunächst über die Trends in der Mediennutzung aus. Immer mehr Zuschauer und Hörer verabschiedeten sich vom klassischen linearen Empfangsgerät, gebrauchten intelligente Bildschirme. Die Angebote von unterschiedlichen Medienformen verschmölzen laut Schlesinger zunehmend. Dem müsse man mit Angeboten entsprechen.

Schlesinger betonte dann zugleich: „Es heißt nicht, dass wir in den nächsten ein, zwei, drei Jahren eine Welle einstellen. Ganz ehrlich, warum sollten wir das tun?“ Der RBB sei zurzeit mit seinen linearen Angeboten – also dem fortlaufenden Programm – „extrem erfolgreich“.

RBB ist mit linearen Angeboten unternehmerisch „extrem erfolgreich“

Schlesinger reagierte damit auch auf Diskussionen zum geplanten neuen Staatsvertrag der Länder Berlin und Brandenburg zu Struktur und Auftrag des RBB. Der Deutsche Journalisten-Verband Berlin-Brandenburg hatte sich Mitte des Monats auf Passagen in einem dem Verband vorliegenden Papier bezogen. Dabei wurde die Frage aufgeworfen, ob mit einer Flexibilisierung der Ausspielwege der klassischen Hörfunkangebote gemeint sei, dass künftig einige der UKW-Wellen in letzter Konsequenz nur noch im Internet angeboten werden.

Die Länder präsentierten der Öffentlichkeit und auch auf dpa-Nachfrage bislang noch keinen Staatsvertragsentwurf. Der RBB spricht sich wegen der digitalen Transformation in der Medienwelt für eine Flexibilisierung der Ausspielwege aus.

UKW-Aus in sieben oder zehn Jahren „ernsthafte“ Option

Intendantin Schlesinger sagte im Ausschuss auf Nachfrage zu den Radiowellen, was über den Zeitraum drei Jahre hinaus passieren könnte: Sie rechne damit, „in sieben bis zehn Jahren“ müsse man ernsthaft darüber nachdenken, ob man noch Hörfunkwellen brauche. „Ich will noch einmal ganz deutlich sagen: Wir sind so erfolgreich im Moment auf den UKW-Wellen, dass es tatsächlich unternehmerisch, aber auch unserem Auftrag nicht entsprechend wäre“, dort etwas aufzugeben. „Wir möchten etwas Zusätzliches tun.“

Am Mittwoch kritisierte die Gewerkschaft Verdi Berlin-Brandenburg die Länder und sprach von intransparenten Änderungen im Entwurf. Landesleiter Frank Wolf sagte: „Angesichts der lückenhaften digitalen Versorgung insbesondere in Brandenburg, aber auch in Berlin würde der RBB seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag für seine Hörerinnen und Hörer nicht mehr erfüllen. Wir fordern daher, dass ausnahmslos alle RBB-Hörfunkprogramme weiter linear erreichbar sind und nicht dem Sparwillen der Intendantin Rechnung getragen wird.“

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  • 1_Patricia_Schlesinger_2016: © rbb/Thorsten Klapsch

26 Kommentare im Forum

  1. Schön dass man noch 7...10 Jahre UKW-Rundfunk hören kann. Wäre ja schade, wenn die guten, alten UKW-Radios durch billigste Digital-Radios demnächst ersetzt werden müssten. Vielleicht gibt es ja in 7...10 Jahren dann doch noch gleichwertigen Ersatz.
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