Schweizer Fernsehen bereitet Umstellung auf Ultra-HD vor

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Die Schweizer SRG-TV-Sender werden ab 2021 in einem neuen Codierungsverfahren ausgestrahlt.

Während die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland noch mit der SD-Abschaltung hadern und sich auf keinen Abschaltungstermin einigen können, prescht das Schweizer Fernsehen mal wieder als Innovator vor: Die SRG will „UHD-Ready“ werden und ihren TV-Programmen eine bessere Bildqualität spendieren. Dies bestätigte die SRG gegenüber DIGITAL FERNSEHEN. Im Laufe des Jahres 2021 wird die SRG deshalb die Satellitenverbreitung via Eutelsat Hotbird (13 Grad Ost) vom bisherigen Videocodierverfahren H.264 auf den Nachfolgestandard HEVC umstellen.

Beim digitalen Fernsehen gibt es aktuell mehrere Codiernormen. Die Sender in herkömmlicher Auflösung (SD) werden in MPEG 2 ausgestrahlt. Die HD-Sender via Satellit und Kabel in H.264, in DVB.T2 bereits in HEVC. UHD-Programme setzen generell auf HEVC, da ansonsten die benötigte Bandbreite nicht mehr bezahlbar wäre. Und mit VVC steht auch bereits das nächste Codierverfahren vor der Haustüre, dessen Marktreife für 20223/2023 erwartet wird und HD-Sender ab 1 Mbit/s übertragen kann.

Die SRG geht davon aus, dass die meisten Sat-Haushalte bereits HEVC-kompatible Empfangsgeräte einsetzen und rät ihren Fachhändlern, ab sofort nur noch solche Geräte zu verkaufen. In der Schweiz empfangen die meisten Haushalte ihre Fernsehprogramme via Kabel-TV oder IPTV. Diese Netze erhalten inzwischen die Programme per Glasfaser zugeführt, die Satellitenverbreitung ist hierfür nicht mehr relevant. DVB-T wurde im Juli 2019 abgeschaltet. Von der Umstellung sind somit nur eine geringe Zahl an Haushalten betroffen.

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24 Kommentare im Forum

  1. Da die Schweiz tatsächlich weitgehend verkabelt ist (zu in EUR umgerechnet brutalen Preisen, die aber generell zu den Preisen auf dem Schweizer Wohnungsmarkt passen und somit inländisch nicht weiter auffallen), ist Sat-Verbreitung wirklich ein Nischenmarkt. Auf HEVC umzustellen ist dennoch gewagt, dennFernseher älter als 2015 sind untauglich und separate Sat-Receiver dürften in der Schweiz kaum attraktiv sein, Neugeräte gleich gar nicht. Das führt dann in etwa auf den Zustand, den wir in Deutschland bei der T2-Umstellung hatten: plötzlich wieder Receiver, wo gerade eben noch der Einbau-Tuner gereicht hat. Spannend wird auch: was wird mit den Radioprogrammen passieren? Weiterhin in hochkompatiblem und qualitativ gutem Layer II oder auch ein Weg zu den modernen Codecs, verbunden mit dem Preis, dass alle vorhandenen Geräte untauglich werden? Ich gehe davon aus, dass in den Kabelnetzen weiterhin (auch) in H.264 angeboten werden wird. Da laufen eher ganz andere Themen gerade: ein Netzbetreiber im Kanton Bern bereitet momentan die Komplettverschlüsselung vor. Auch die Inlandsprogramme sind dann nur noch via CI-Modul oder Betreiberbox zu haben.
  2. Haha, in DE und bei uns AT wird’s noch einige Jahre SD geben und die Schweizer stellen nächstes Jahr bereits auf UHD um.
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