SES Astra: „Bau von weiteren Spotbeams nicht ausgeschlossen“

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Satellit, Bild: © twobee - Fotolia.com
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Leipzig – Auf Astra 19 Grad Ost wird seit September das polnische Staatsfernsehen TVP über einen sogeannten Spotbeam ausgestrahlt. DIGITAL FERNSEHEN sprach mit Steve Bisenius, Senior Manager, Technical Services bei SES Astra, über diese Technologie.

 
DIGITAL FERNSEHEN: Herr Bisenius, warum werden Spotbeams eingesetzt?
 
Steve Bisenius: Der Spotbeam wird eingesetzt, um die Ausstrahlung von Inhalten über Satellit regional zu begrenzen. Dieser Bedarf an regionaler Begrenzung kann verschiedene Gründe haben. Meistens werden gesendete Inhalte begrenzt, weil Rechte und Vorgaben sie auf bestimmte Regionen beschränken.
 
Einen Spotbeam nennt man ein regional gebündeltes Sendesignal eines Satelliten. Der Spotbeam hat eine begrenzte Ausleuchtzone und deckt einen bestimmten Teil der Erdoberfläche ab.

DF: Welchen Vorteil sehen Sie in Spotbeams?
 
Bisenius: Durch das Einsetzen eines Spotbeams wird die Ausstrahlung regional begrenzt. Das bedeutet, dass es in Bereichen ausserhalb der Ausleuchtzone und des Grenzgebietes, des sogenannten „Spillovers“, schwierig bis unmöglich ist, die gesendeten Inhalte zu empfangen, da dort die Signalstärke stark abfällt.
 
Ein weiterer Vorteil der Spotbeam-Technologie besteht darin, dass die in dem bestimmten Gebiet empfangene Signalstärke wesentlich höher ist als die eines grösseren Beams. Der Satellit sendet mehr Leistung auf kleinerer Fläche und wir können eine stärkere Signalleistung anbieten, die zur erhöhten Empfangsverfügbarkeit beiträgt, oder aber mehr Bandbreite und somit mehr TV-Kanäle zur Verfügung stellt.
 
Zudem können die Satellitenschüsseln kleiner und leichter sein und bieten einen besseren Empfang und somit auch eine bessere Übertragungsqualität. Allerdings bedeutet der Einsatz der Spotbeam-Technologie eine erhöhte Komplexität des Satelliten und die damit verbundenen Kosten, die natürlich auch mit einer entsprechenden Kundenanfrage verbunden sein müssen.
 
DF: Soll in Zukunft noch mehr auf Spotbeams gesetzt werden?
 
Bisenius: Der Spotbeam ist bereits in Großbritannien seit längerem ein Erfolgsmodell und wird seit kurzem auch in Polen eingesetzt. Der Einsatz und Bau weiterer Spotbeams ist nicht ausgeschlossen.
 
DF: Wie genau ist diese Technologie steuerbar?
 
Bisenius: Spotbeams sind innerhalb gewisser vorgegebener Grenzen genau steuerbar.
 
DF: Muss der Beam bereits beim Bau des Satelliten geographisch vorgegebensein?
 
Bisenius: Die Angabe, inwieweit der Spotbeam steuerbar sein soll, ist notwendig. Idealerweise sollte auch die Größe und die geographische Ausrichtung der Ausleuchtzone vorgegeben sein.
 
DF: Ist der Einsatz von mehreren Spotbeams in einem Frequenzbereich geplant, um Frequenzen doppelt nutzen zu können?
 
Bisenius: Ein vorhandenes Frequenzspektrum lässt sich nicht ohne weiteres mehrfach nutzen, da es bei zwei sich überlagernden Spotbeams zu Interferenzen kommen könnte. Wenn der Satellit aber entsprechend dafür ausgelegt ist, bietet die Satellitenübertragung unter Umständen die Möglichkeit, Frequenzen über verschiedene geographische Regionen, die weit genug voneinander getrennt sind, mehrfach in anderen Spotbeams zu nutzen.
 
DF: Herr Bisenius, vielen Dank für das Gespräch![mth]

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

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  • Empfang_Satellit_Artikelbild: © twobee - Fotolia.com

33 Kommentare im Forum

  1. AW: SES Astra: "Bau von weiteren Spotbeams nicht ausgeschlossen" Das wird kommen. Ich bin mir ziemlich sicher. Europa wird bald "verspottet" sein...
  2. AW: SES Astra: "Bau von weiteren Spotbeams nicht ausgeschlossen" Daran geht Astra noch zugrunde. Führen sie doch das Prinzip von Satelliten ad absurdum. Mit Minispots kann man am Ende auch ein Kabel ziehen.
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