Kinobetreiber fordern gerechte Strategie für Wiedereröffnung

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Mit den derzeit sinkenden Corona-Zahlen erfolgen nun erste Diskussionen, wann und unter welchen Umständen auch Kinos wieder ihre Pforten öffnen dürfen. Die AG Kino-Gilde und der HDF Kino fanden dafür in dieser Woche klare Worte.

Anlass war ein vierstufiger Perspektivplan, den Schleswig-Holstein für einen Ausstieg aus dem Lockdown diese Woche vorgelegt hatte. Daraus geht hervor, dass Theater, Kinos oder auch Konzerthäuser zu den letzten Institutionen gehören, die wieder Publikum empfangen dürfen. Der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF Kino) richtete sich daraufhin mit einem Appell an die Politik. Christine Berg, Vorstand HDF Kino, zeigte sich dabei am Donnerstag enttäuscht: „Der seit vorgestern diskutierte Vierstufenplan ist ein Schlag ins Gesicht der Kultur- und Kinobetriebe. Diese haben in der Wiedereröffnungsphase nach dem ersten Lockdown eindrücklich bewiesen, was sie alles für die Sicherheit des Publikums und der Mitarbeiter tun.“

Die Kinos würden über hervorragende Lüftungssysteme, Hygienekonzepte und die Möglichkeit zur Kontaktverfolgung verfügen, so Berg. Während der gesamten Pandemie sei weltweit kein einziger Covid-19-Fall im Zusammenhang mit einem Kinobesuch bekannt. „Angesichts dieser Tatsachen erschließt es sich uns nicht, dass die Filmtheater gegenüber anderen Branchen und Einrichtungen mit ähnlichen Voraussetzungen massiv benachteiligt werden. Im Sinne einer Gleichbehandlung appellieren wir an Bund und Länder, diesen ersten öffentlich bekannt gewordenen Vorschlag zum Lockdown-Exit für die Kino- und Kulturbetriebe zu überprüfen und zu modifizieren. Wir weisen außerdem darauf hin, dass es gerade für die Kinos überlebenswichtig ist, einen bundesweit einheitlichen Eröffnungstermin umzusetzen. Sonst wird sich der Titel des kommenden James Bond-Films ‚No time to die‘ leider für viele Kinos nicht mehr bewahrheiten.“

Wiedereröffnung vor Ostern?

Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino-Gilde, fand zunächst mildere Worte. Der Vorstoß aus Schleswig-Holstein sei insofern ein wichtiger erster Impuls, als es eine belastbare Wiedereröffnungsstrategie brauche. Ein Stufenplan müsse allerdings die Rolle der Kultur in der Gesellschaft und die Kunstfreiheit ebenso anerkennen wie die Tatsache, dass sich die Kulturräume mit konsequent umgesetzten Hygienekonzepten als besonders sichere Orte erwiesen hätten, so Bräuer. Dies hätten auch wissenschaftliche Studien, unter anderem von der TU Berlin oder dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, gezeigt.

„Unter der Voraussetzung, dass die positive Entwicklung des Infektionsgeschehens sich fortsetzt und die Pandemie auch mit Mutationen beherrschbar bleibt, wäre die Wiedereröffnung der Kinos rechtzeitig vor Ostern ein verantwortliches Signal. Dies würde den Kinos und der gesamten Branche nach mehr als fünf Monaten Lockdown die Planbarkeit geben, die sie als bundeseinheitlich funktionierender Sektor benötigt, und einen sicheren Kulturbetrieb unter Auflagen mit Augenmaß ermöglichen“, ergänzt Bräuer in einem Statement. Abschließend verweist er in Hinblick auf einen Wiedereröffnungstermin auch auf die Oscar-Verleihung Ende April, die für das Publikum „exezellente und schon jetzt preisgekrönte Filme“ bieten würde.

Bildquelle:

  • Kino-Kinosaal-Sessel-2: © aerogondo - Fotolia.com

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