Polizisten haben Recht am eigenen Bild

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obs/ARTE G.E.I.E./Foto: NDR; © Ecomedia
Feindbild Polizei; Bild obs/ARTE G.E.I.E./Foto: NDR; © Ecomedia
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Die Gesichter von Polizisten, die bei Routine-Einsätzen gefilmt werden, müssen unkenntlich gemacht werden, wenn diese Bilder ins Netz gestellt werden.

Das hat das Oberlandesgericht Köln (OLG) in einem Urteil entschieden und einen Bonner Youtuber wegen des Verstoßes gegen das Kunst- und Urheberrecht zu 2.800 Euro Geldstrafe verurteilt.

Damit ist das Berufungsurteil des Bonner Landgerichts vom Juni 2021 rechtskräftig. In erster Instanz hatte das Amtsgericht Bonn den Angeklagten noch freigesprochen. Die ungefilterten Filmaufnahmen seien vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt, hieß es damals.

Der 32-jährige Student betreibt seit Jahren einen Youtube-Kanal, auf dem er Videos von Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätzen verbreitet. Mehrere Polizeibeamte hatten ihn angezeigt, nachdem sie während ihrer Arbeit gefilmt und ihre Gesichter für die Veröffentlichung nicht gepixelt worden waren.

Das OLG stellte in seinem Urteil fest, dass Polizeibeamte ein Recht am eigenen Bild hätten. Sowohl das Recht auf Meinungs- wie auch der Pressefreiheit müssen dahinter zurückstehen. Ausnahmen seien zeitgeschichtlich relevante Geschehnisse oder Bilder, die zum Beispiel Polizeigewalt dokumentierten.

Bildquelle:

  • polizei: obs/ARTE G.E.I.E./Foto: NDR; © Ecomedia

13 Kommentare im Forum

  1. Auch der Bürger sollte darauf drängen, dass sein Gesicht, welches bei einem Routine-Einsatz gefilmt wurde und im Fall einer Veröffentlichung im Internet definitiv unkenntlich gemacht wird. (Recht am Bild)
  2. Das war rechtlich schon immer so. Dass sich viele "Möchtegern-Jounalisten" nicht daran halten, ist ein anderes Thema. Insgesamt ist die Qualität der Presse heutzutage, sagen wir mal, durchwachsen.
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