Hessischer Rundfunk will bei Nachrichtensendungen sparen

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Frankfurt/Main – Der Hessische Rundfunk (HR) muss bis 2012 rund 64 Millionen Euro einsparen. Erreicht werden soll dies u.a. durch Programmstreichungen und eine Reduzierung der Nachrichtensendungen.

Momentan erlässt der HR Prüfaufträge, um zu überlegen, welche Sendungen wegfallen könnten (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Den HR-Plan, auch Nachrichtensendungen wie das „Hessenjournal“ und zu reduzieren und eine Ausgabe von „Hessen Aktuell“ am Nachmittag wird dabei wohl nicht auf viel Gegenliebe stoßen. Eine Entscheidung darüber soll heute auf einer Sitzung des Intendanten und der Direktoren fallen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Onlineausgabe). Morgen sollen dann die Mitarbeiter über die Ergebnisse informiert werden.

Doch nach Ansicht der „FAZ“ muss beim Hessischen Rundfunk eigentlich kaum gespart werden und wenn, dann nicht beim Programm. Insider wollen wissen, dass der HR für sein Programm am allerwenigsten ausgibt. Gilt bei anderen Anstalten die Faustregel, dass von den Einnahmen dreißig Prozent direkt ins Programm fließen, soll diese Quote beim HR noch weit niedriger liegen. Dafür leistet sich der Sender mit seinen 1 750 festangestellten Mitarbeitern gigantische Overhead-Kosten, allein für die Fahrbereitschaft kurven 22 Festangestellte herum, so die „FAZ“. Um das Programm soll sich im Vergleich dazu lediglich „eine Handvoll freie Mitarbeiter“ kümmern.
 
Wieso der HR ausgerechnet jetzt die Sparnotbremse ziehen muss, bleibt eher rätselhaft, da der Sender in diesem Jahr 485 Millionen Euro zur Verfügung hat – den höchsten Etat in der Sendergeschichte. Angeblich liegen 31 Millionen Euro auf der hohen Kante. Als der Intendant Helmut Reitze den Etat für 2009 im vergangenen Dezember vorstellte, ging er noch davon aus, ein Plus von sechs Millionen Euro zu machen. Allerdings seien auf die nächsten vier Jahre gesehen, Mindereinnahmen von dreißig Millionen Euro zu verzeichnen.
 
Also muss nun fleißig gespart werden. Den Plänen zufolge soll eine der nachmittäglichen „Hessen Aktuell“-Sendungen wegfallen. Das halbstündige „Hessenjournal“, das um 21.45 Uhr in Konkurrenz zum „heute journal“ des ZDF und zu den Nachrichten vier anderer dritter Programme der ARD läuft, soll um die Hälfte oder noch stärker verkürzt und auf 22.15 Uhr oder 22.30 Uhr verschoben werden, berichtete die „FAZ“.Das Gewicht läge demnach allein auf der „Hessenschau“, die um 19.30 Uhr läuft und auf Marktanteile von siebzehn Prozent kommt. [cg]

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1 Kommentare im Forum

  1. AW: Hessischer Rundfunk will bei Nachrichtensendungen sparen Ja, ja, immer weg mit den Eigenproduktionen, die kosten ja nur unnötig Geld. Das Programm des hr-Fernsehens ist ja jetzt schon zugemüllt mit Produktionen aus dem eigenen Archiv und Übernahmen anderer Dritter. Der hr sollte mal lieber den Wasserkopf Verwaltung auf den Prüfstand stellen und da den Rotstift ansetzen. Mahlzeit Reinhold
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