Münster-„Tatort“ Nummer 38 heute etwas später

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Jan-Josef Liefers und Axel Prahl im Münster-
© WDR/Martin Menke
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Eine Leiche in Rüstung in einem Burggraben und gruselige Mittelalterspiele. Ein seltsamer Fall vor ungewöhnlicher Kulisse für Kommissar Thiel und Professor Boerne. Unter Pandemie-Bedingungen gedreht.

Die Leiche trägt eine Ritterrüstung. Sie treibt im Wassergraben des Mittelalterschlosses „Haus Lüdecke“ in Münster. Und damit landet erstmals ein Toter in Kettenhemd und Rüstung auf dem Seziertisch von Professor Karl-Friedrich Boerne und seiner Assistentin „Alberich“, Silke Haller. Kommissar Thiel steht im „Tatort“ Münster in der Folge „Es lebe der König“ vor einem merkwürdigen Fall vor ungewöhnlicher Kulisse.

Der Inhalt der Story, die diesen Sonntag erst um circa 20.30 Uhr, im Ersten ausgestrahlt wird, da ein „ARD Extra“ zur Corona-Lage eingeschoben wird: Der neue Hausherr, „Kirmeskönig“ Manfred Radtke, hatte die Burg zu einem Freizeitpark umgestaltet und lukrative Mittelalterspiele veranstalten wollen. Doch leider ist der alte Mann schon kurz nach dem Kauf tot. Ertrunken in der Nacht, in der Rüstung, die er sich definitiv nicht alleine hatte anziehen können.

Thiel (Axel Prahl) hält alle für verdächtig, die in den altehrwürdigen Mauern wohnen. Und keiner von ihnen ist Sympathieträger: Die Tochter des ermordeten Radtke, Claudia, ihr Bruder Tobias und die Frau des Getöteten, Farnaz, die sich als Ex-Prostituierte entpuppt. Und auch die Verkäuferin des Anwesens scheint ein Motiv zu haben: Die letzte Burgherrin Clarissa von Lüdecke – eine schrille Vogel-Fotografin mit einem heiklen Geheimnis.

Tochter Claudia will mit aller Macht die geplante Feier zum 70. Geburtstag des Vaters durchziehen – nach dem Motto: „Der König ist tot, es lebe der König.“ Der Familie steht das Wasser bis zum Hals, die geladenen Sponsoren sollen nicht verprellt werden.

Münsteraner „Tatort“-Ermittlerteam quotentechnisch am beliebtesten

In der 38. Folge aus Münster ist Boerne (Jan Josef Liefers) wieder ganz der Alte, man möchte aufatmen. In der vorangegangenen Folge „Limbus“ hatte der Professor überraschend einen Hauch von Einsicht und Fähigkeit zur Selbstkritik an den Tag gelegt – nach einer Art Nahtod-Erfahrung. Jetzt ist er wieder wie früher – selbstverliebt, immer schön arrogant von oben herab und mit einer zynischen Spitze auf den Lippen. In seiner typischen – herrlich überzeichneten – Eitelkeit gibt er eine Tanzeinlage in Rüstung zum Besten. Im Obduktionssaal, gefilmt von Alberich (Christine Urspruch). Vorsicht: Die Szene kann Fremdschämen auslösen.

Die münsteraner Folgen gehören unter allen „Tatort“-Krimis zu den beliebtesten, stets mit Top-Einschaltquoten. Diesmal war im Sommer vier Wochen lang unter erschwerten Pandemie-Bedingungen gedreht worden. Es ist die erste WDR-„Tatort“-Produktion überhaupt nach einer kompletten Corona-Pause. Stellenweise wird es ein bisschen „historisch“, mit Ausflügen in die dunkle Geschichte des Wiedertäuferreichs von Münster im 16. Jahrhundert.

Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Grossmann) ist wieder an Bord. Sie sieht sich ausgehorcht von einem lästigen Kollegen. Womöglich stecke der sogar unter einer Decke mit den dubiosen Radtkes, mutmaßt sie. Und eine schöne, geheimnisvolle Rosemarie tritt auf den Plan. „Es lebe der König“ hat außerdem eine Burg-Durchsuchung parat, einen versteckten Datenstick mit unappetitlichem Inhalt, böse Gangster aus dem Drogenmilieu – und einige Überraschungen. [Yuriko Wahl-Immel]

Bildquelle:

  • Tatort_Muenster: © WDR/Martin Menke

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