Märchenstunden im Ersten: Sechs auf einen Streich

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Bild: Destina - Fotolia.com
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München – Weihnachten ist Bescherung für die Märchenfreunde im Ersten: Denn die ARD lässt mit der neuen Reihe „Sechs auf einen Streich“ die phantasievolle Welt der Gebrüder Grimm im Weihnachtsprogramm wieder lebendig werden.

Sechs Märchenklassiker wurden mit Starbesetzung in romantischen Schlössern, historischen Klöstern und Burgen, im Freilichtmuseum oder in verwunschenen Wäldern im ganzen Bundesgebiet neu verfilmt.
 
Das Erste zeigt „Tischlein deck dich“ (WDR), „König Drosselbart“ (HR), „Frau Holle“ (RBB), „Das tapfere Schneiderlein“ (NDR), „Brüderchen und Schwesterchen“ (MDR) und „Der Froschkönig“ (SWR) als Geschenkpaket an den beiden Weihnachtsfeiertagen nachmittags und ein zweites Mal vormittags zwischen dem 20. Dezember 2008 und dem 11. Januar 2009an Wochenenden und dem Neujahrstag.

Den Zuschauer begegnen in diesen emotional erzählten, jeweils 60-minütigen Filmen Stars wie Ken Duken als verführerischer „König Drosselbart“ und Jasmin Schwiers als emanzipierte Prinzessin, Christine Neubauer als raffgierige Wirtin und Ingo Naujoks als hinterhältiger Räuber in „Tischlein deck dich“ sowie Axel Milberg und Fritz von Thun als Könige zwischen Ironie und Güte in „Das tapfere
Schneiderlein“ oder „Der Froschkönig“.
 
Andrea Sawatzki überzeugt in „Brüderchen und Schwesterchen“ als böse Stiefmutter, während ihre „Tatort“-Kollegen Dietmar Bär als Hagen im „Tapferen Schneiderlein“ und Richy Müller als Heinrich im „Froschkönig“ Pferd und Kutsche besteigen.
 
Marianne Sägebrecht und Kostja Ullmann verkörpern die Titelfiguren Frau Holle und das furchtlose Schneiderlein. Herbert Feuerstein gibt den erzählenden Scherenschleifer, Hannelore Hoger bietet „gut Mus feil“. Geprägt werden die Märchenstunden im Ersten jedoch durch viele junge Schauspielerinnen und Schauspieler als Prinzessinnen wie Karoline Schuch und Sidonie von Krosigk, als Bursche auf Wanderschaft wie Remo Schulze, verstoßene oder ungleiche Geschwister wie Odine Johne und Hans-Laurin Beyerling oder Lea Eisleb und Camille Dombrowsky.
 
Die ARD-Märchenfilme lehnen sich eng ans Original der Göttinger Professoren an, interpretieren die Geschichten aber für Kinder von heute, ihre Eltern und Großeltern zeitgemäß und passen die überlieferten Bilder und Symboliken der veränderten Wirklichkeit jetziger Generationen an. ARD-Programmdirektor Volker Herres: „Die Grimmschen Märchen haben viele weiße Flecken für Neuinterpretationen, die phantasievoll gefüllt werden können. Die neue ARD-Märchenreihe versucht dies mit dem Ziel, ein Kulturgut lebendig zu erhalten – dabei aber heutige Wertvorstellungen zu transportieren und alle modernen filmischen Mittel zu nutzen.“
 
Die Sendezeiten im Überblick:
 
20. Dezember 2008
12.03 Uhr: „Tischlein deck dich“ (WDR/ARD)
13.00 Uhr: „Brüderchen und Schwesterchen“ (MDR/ARD)
 
21. Dezember 2008
10.03 Uhr: „Der Froschkönig“ (SWR/ARD)
 
1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2008
14.05 Uhr: „Tischlein deck dich“ (WDR/ARD)
15.05 Uhr: „König Drosselbart“ (HR/ARD)
16.05 Uhr: „Frau Holle“ (RBB/ARD)
 
2. Weihnachtstag, 26. Dezember 2008
14.35 Uhr: „Das tapfere Schneiderlein“ (NDR/ARD)
15.35 Uhr: „Brüderchen und Schwesterchen“ (MDR/ARD)
16.35 Uhr: „Der Froschkönig“ (SWR/ARD)
 
1. Januar 2009
11.00 Uhr: „König Drosselbart“ (HR/ARD)
 
4. Januar 2009
10.03 Uhr: „Das tapfere Schneiderlein“ (NDR/ARD)
 
11. Januar 2009
10.03 Uhr: „Frau Holle“ (RBB/ARD)[mw]

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16 Kommentare im Forum

  1. AW: Märchenstunden im Ersten: Sechs auf einen Streich was ist nun daran anderst als an den anderen märchen?schöne gez-gelder.
  2. AW: Märchenstunden im Ersten: Sechs auf einen Streich Du hast es schon gesehen? Toll. Die TV-Spielfilm ist aus dem Häuschen, weil die Filme wirklich gelungen sein sollen.
  3. AW: Märchenstunden im Ersten: Sechs auf einen Streich Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? - Die Macher der Märchenreihe Sechs auf einen Streich! Dieser Eindruck macht sich bei mir breit, nachdem ich nun 5 der 6 Verfilmungen angesehen und sie heute Vormittag noch einmal in Vergleich stellen konnte mit der alten DDR Verfilmung von Schneeweißchen und Rosenrot. Nun wurde mir erst recht deutlich, was ich so stark an den Neuauflagen vermisste: nicht nur die Treue zum Original fehlt den Neubearbeitungen, sondern auch die psychologische Tiefe. Die meisterhaft in Szene gesetzten Dimensionen des Innenlebens der alten Verfilmungen werden von den Machern der Neuinszenierungen scheinbar nicht erkannt. Für mich entsteht der Eindruck einer schnellen Umsetzung mit vielen Effekten, jedoch ohne Reflexion auf das, wofür Märchen ursprünglich erzählt wurden: als psychologische Hilfe im Alltag. "Hauptsache es verkauft sich gut" - dieser Satz drängt sich mir hier auf und raubt mir die Lust diese Märchen ein zweites Mal anzusehen. Vielleicht wäre es von Vorteil gewesen, wenn sich die Produzenten zuvor selbst mit den Botschaften der Märchen, z.B. über Sekundärliteratur von Eugen Drewermann auseinandergesetzt hätten. Es hat durchaus einen tieferen Sinn, wenn das Böse personifiziert dargestellt und nicht verharmlost wird. Die Verharmlosungstendenz ist in den neuen Bearbeitungen leider unübersehbar. Doch wir tun unseren Kindern keinen Gefallen, wenn wir ihre eigenen Wahrnehmungen über die Grausamkeit der Welt, oft im eigenen Umfeld für Lügen erklären. Sie werden verunsichert und die Fremdbestimmung kann noch besser greifen. Ein Märchen im traditionellen Sinn entstand aus Beobachtungen der Lebensumwelt, war oft als Lebenshilfe für Erwachsene gedacht und sollte keine süßliche Verklärung und Lebensflucht sein. Befreiung aus der elterlichen Umklammerung, Bevormundung und Unterdrückung, über das Bestehen von Gefahren und Prüfungen, die oft mit neuen, ungewöhnlichen Methoden gelöst werdern (d.h. eine Befreiung von den durch die Eltern errichteten Denkblockaden) führt schließlich zum eigenverantwortlichen Leben des/der Protagonisten/in. Dies kommt bei "Sechs auf einen Streich" entschieden zu kurz. Hier werden Eltern geschont, nicht Kinder ermutigt und bestätigt. ange-noa-noa
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