MDR-„Tatort“ glänzt mit Negativpreis für Frauenfeindlichkeit

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Die öffentlich-rechtlichen Medienfrauen haben am Sonntag dem Erfurter Tatort die „Saure Gurke“ für Frauenfeindlichkeit verliehen. Und auch ein Werbespot für die Frauenfußball-Europameisterschaft glänzt mit frauenfeindlichen Motiv und erhielt den „Trostpreis“ des Abends.

Am Sonntag gewann der MDR für den Erfurter „Tatort“ den Negativpreis für den frauenfeindlichsten Fernsehbeitrag im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Medienfrauen von der ARD, dem ZDF und dem ORF kürten die erste „Tatort“-Folge aus Erfurt zum Gewinner der „Sauren Gurke“. Die Jury begründete die Entscheidung damit, dass Frauenrollen gezeigt wurden, „die wir in 40 Jahren ‚Tatort‘ kennen und lieben gelernt haben: die Heilige, die Hure, die herrische Vorgesetzte und ein Mordopfer, das selbst schuld ist“.
 
In der Folge „Kalter Engel“ suchen die Kommissare Funk und Schaffert nach dem Mörder einer Studentin, die halb nackt dargestellt wurde, so die Jury. In der Episode werden neben den Kommissaren eine junge Praktikantin mit Universitätsabschluss, eine Kriminaldirektorin mit Domina-Allüren und drei Studentinnen gezeigt. Die eine Studentin ist das Mordopfer, die zweite arbeitet in einem „Tatort“-typischen Studentinnenjob, dem Escortservice, und die Dritte ist die Mörderin selbst. Das sie „nicht tot in den Büschen hängt, ist den Kommissaren zu verdanken, denn die kluge Praktikantin löst zwar den Fall, braucht aber in den entscheidenden Momenten männliche Hilfe“, so die Medienfrauen am Sonntag in Berlin.

Den „Trostpreis“ des Abends erhielt ein Werbetrailer zur Frauen-Fuball-Europameisterschaft. Der Spot „Ballsauber in Schweden“ erhielt das negative Lob der Jury, da er eine gelungene Verknüpfung von Sport und Hausarbeit darstelle. Denn im Werbetrailer schießt eine Frau in Trikot der Nationalmannschaft einen dreckigen Ball zielsicher in die Waschmaschine. Nun ist die Jury auf die kommende Fußball-WM der Männer 2014 in Brasilien gespannt. Denn „ARD und ZDF haben bei der diesjährigen EM ihren Sportexperten ermöglicht, sich kommentierend in Sachen Frauen-Fußball weiterzubilden“.
 
Die „Saure Gurke“ wird seit 1980 jährlich als Wanderpreis an einen vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk produzierten Fernsehbeitrag verliehen. Diese Jahr fand die Verleihung im Deutschlandradio-Funkhaus in Berlin. 2014 wird der Norddeutsche Rundfunk der Gastgeber des Negativpreises sein. [sho]

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  • Inhalte_Fernsehen_Artikelbild: Destina - Fotolia.com

3 Kommentare im Forum

  1. Wen da mal nicht wieder "überintellektuell" reagiert wurde. Auch Schmücke geriet mal in die Berdullie und musste uas der Einkreisung durch ein paar Jugendliche 'reusgehauen werdem, Stubbe saß ebehfalls mal in einer Halle auf dem Stuhl festgeschnallt... Die Praktikanntin zieht ihrern *natüröich* erfahrenen, weil bereits in Dienst befindlichen, Kollegen die Maccho-Zahn shet gut - durch ihr wWssen. Sie hat in der Folge zudem den Vorteil, gut zwischen die Studenten zu passen, bei denen sie ermittelt.
  2. AW: MDR-"Tatort" glänzt mit Negativpreis für Frauenfeindlichkeit Ich würde es als positive Auszeichnung ansehen.
  3. AW: MDR-"Tatort" glänzt mit Negativpreis für Frauenfeindlichkeit Alles redet über die Frauenquote, nun ist es auch wieder nicht richtig. Was soll man denn nun noch machen?
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