„Rot – rot – tot“: Der Rekord-„Tatort“ beim SWR

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Bei seiner Premiere am Neujahrstag 1978 hatte dieser „Tatort“ so viele Zuschauer wie kein anderer zuvor oder danach. Der SWR wiederholt zwischen den Jahren „Rot – rot – tot“, einen Krimi-Klassiker mit Curd Jürgens.

Abgründe im Bürgertum: In einem Stuttgarter Villenviertel treibt offenkundig ein Serienmörder sein Unwesen. Innerhalb weniger Tage kommen zwei junge Frauen ums Leben. Beide haben eines gemeinsam: die Haarfarbe. Hat auch das nächste Opfer rote Haare? Und was hat der vornehme Versicherungsmathematiker Dr. Konrad Pfandler mit alldem zu tun? Das ist der Stoff, aus dem der Krimi „Rot – rot – tot“ gestrickt ist. Das SWR Fernsehen wiederholt diesen „Tatort“, der bei seiner Premiere vor knapp 34 Jahren eine Rekordquote einfuhr, am heutigen Dienstag um20.15 Uhr.
 
Den Verdächtigen Pfandler stellt der unvergessene Curd Jürgens (1915-1982) dar. Die Rolle des Kommissars Eugen Lutz spielt der bedächtige Werner Schumacher (1921-2004). Der Film war der achte seiner 16 eigenen Fälle in der Zeit zwischen 1971 und 1986. Insgesamt war es der 83. „Tatort“ überhaupt. Inzwischen kommt die langlebige Krimireihe auf mehr als 800 Folgen.

Nach Angaben der ARD-Medienforschung ist der Film der erfolgreichste „Tatort“ der Geschichte, wenn man die gemessene absolute Zuschauerzahl bei der Erstausstrahlung als Grundlage nimmt. Die ARD zeigte die Produktion des damaligen Süddeutschen Rundfunks (SDR) erstmals am 1. Januar 1978. Im Schnitt sahen an dem Abend 26,57 Millionen Menschen in der Bundesrepublik zu. Das Drehbuch für den Quotenhit schrieb der Autor Karl Heinz Willschrei (1939-2003). Damit liegt „Rot – rot – tot“ in der Liste der Top-„Tatorte“ noch vor Wolfgang Petersens legendärem „Reifezeugnis“ vom 27. März 1977 (25,05 Millionen Zuschauer), in dem Nastassja Kinski glänzte. Dahinter folgt die Folge „Zürcher Früchte“ vom 12. Februar 1978 (24,91 Millionen Zuschauer).
 
„Die meistgesehenen Fälle der Reihe datieren naturgemäß aus der Zeit der geringen Programmauswahl, also aus den 70er Jahren“, sagt ein Sprecher der ARD-Programmdirektion in München. Nach Angaben der Fan-Website „tatort-fundus.de“ ist „Rot – rot – tot“ bereits achtmal wiederholt worden, zuletzt im Jahr 2002. Die jetzige Sendung am 27. Dezember ist demnach die neunte Wiederholung und insgesamt die zehnte Ausstrahlung.
 
Wer den Chic der 70er mag und sich am Spiel des faszinierenden Filmstars Curd Jürgens kaum sattsehen kann, wird diesen Krimi lieben. In der Rolle des alkoholkranken Sohnes der Figur Pfandler ist Christian Berkel zu sehen, damals gerade 20 Jahre alt. Der Schauspieler ist heute der Mann von Andrea Sawatzki, die bekanntlich in 18 Fällen zwischen 2002 und 2010 die Frankfurter „Tatort“-Kommissarin Charlotte Sänger mimte. Der mörderisch gute Curd Jürgens hatte übrigens wenige Monate vor dieser Fernsehrolle im Kino brilliert, als Bösewicht im James-Bond-Film „Der Spion, der mich liebte“ (deutscher Kinostart war am 25. August 1977). [Gregor Tholl]

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4 Kommentare im Forum

  1. AW: "Rot - rot - tot": Der Rekord-"Tatort" beim SWR Und anzumerken wäre noch, dass ein recht junger Christian Berkel mitspielt. Das war die Zeit, als er noch Haare auf dem Kopf hatte. Curd Jürgens war sich nicht zu schade, nach seiner Weltkarriere in einem fürs Fernsehen produzierten Krimi mit zu spielen. Ich werde ihn mir NICHT entgehen lassen und ihn schauen. Gruß Reinhold
  2. AW: "Rot - rot - tot": Der Rekord-"Tatort" beim SWR Hm, Curd Jürgens war sich also nicht zu schade, macht das ein Till Schweiger ist er geldgeil
  3. AW: "Rot - rot - tot": Der Rekord-"Tatort" beim SWR Curd Jürgens war vor allem ein Weltstar (PS: Ich mag Til Schweiger, vor allem auch als "Macher", aber Curd Jürgens war nun als Schauspieler eine ganz andere Liga) Der Tatort war übrigens in der Tat sehr interessant
  4. AW: "Rot - rot - tot": Der Rekord-"Tatort" beim SWR Ja, das war ein echtes Highlight. Meine Frau machte mich drauf aufmerksam, dass sich Christian Berkel wie Til Schweiger anhört. Und in der Tat, wenn man mal weggeschaut hat, wenn Christian Berkel sprach, könnte man meinen, dass es Til Schweiger wäre. Gruß Reinhold
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