ZDF-Beitrag erregt Unmut der Zuschauer – Offener Brief

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Ein Beitrag des ZDF-Kulturmagazins „aspekte“ zum Thema Rechtsextremismus in Ostdeutschland hat den Unmut der Zuschauer erregt. Diese reagierten mit einem offenen Brief an den öffentlich-rechtlichen Sender.

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In dem Brief, der von einem Zuschauer zunächst via Facebook veröffentlicht wurde, um sich selbst „Luft zu machen“, heißt es, dass der Beitrag des ZDF verallgemeinernd, meinungsbildend und reißerisch sei und beim Zuschauer das Gefühl hinterlasse, dass Personen mit Migrationshintergrund den östlichen Teils Deutschlands meiden sollten. Des Weiteren sei der Rechercheaufwand des Senders zu gering gewesen.
 
In dem Beitrag, der am 18. November ausgestrahlt wurde, bereist der in München lebende Autor Steven Uhly die thüringische Stadt Jena und erklärt, er habe zu viel Angst, sich im Osten frei zu bewegen. Für den Schriftsteller ist Jena „Teil der ostdeutschen Angstzone“, heißt es in dem Film. Zu Wort kommen auch ein NPD-Aussteiger und der ehemalige Bürgerrechtler Lothar König, der auf die Gründe der Entwicklung von Rechtsextremismus eingeht. Am Ende des Films erklärt Uhly, dass sich sein Bild vom Osten auch nach seinem Besuch und seinen Gesprächen nicht geändert hat.

Wie aus dem offenen Brief hervorgeht, seien Fakten wie die niedrigen Wahlergebnisse der NPD und die Auszeichnung des Jenaer Oberbürgermeisters für sein Engagement gegen Rechtsextremismus außen vorgelassen worden. Die Aussagen Königs seien aus dem Zusammenhang herausgerissen und von den Redakteuren nicht verstanden worden.
 
Mehrere Zuschauer, welche dem Sender den offenen Brief geschickt hatten, sollen vom ZDF eine Antwort-Email erhalten haben, in der es heißt, dass der Schriftsteller in dem Beitrag einen Versuch unternommen habe, die Ursachen rechtsterroristischer Gewalt zu ergründen. Er habe seine Aussagen nicht verallgemeinernd auf den gesamten Osten bezogen und hätte Rechtsextremismus auch nicht als typisches Merkmal von Jena herausstellen wollen. Sein subjektives Gefühl der Bedrohtheit dürfe er jedoch zum Ausdruck bringen. Eine offizielle Stellungnahme veröffentlichte das ZDF bislang nicht. [rh]

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129 Kommentare im Forum

  1. AW: ZDF-Beitrag erregt Unmut der Zuschauer - Offener Brief Das ist alles nur die Gier nach Quote und einige Wichtigtuer werden nun endlich von der Öffentlichkeit wahrgenommen mit der Chance, es vielleicht demnächst in eine Talkshow zu schaffen, einfach nur erbärmlich ! Mir und vermutlich vielen anderen hängt dieses Thema einfach nur noch zum Halse heraus !
  2. AW: ZDF-Beitrag erregt Unmut der Zuschauer - Offener Brief Die (persönlichen) Eindrücke eines Schriftstellers sollten gerade bei "aspekte" ihren Platz haben. Wenn sich einige meiner Landsleute nicht korrekt dargestellt sehen, oder den "Osten" verunglimpft, sollten sie sich an den Verfasser und nicht an das ZDF wenden. Für politisch "korrektes" (bzw. ausgewogenes) gibt es genügend andere Sendungen, deren Beiträge von ZDF Redakteuren gemacht werden. PS: Was ist das eigentlich für ein "deutsch" in eurem Beitrag? In dem Brief, der über seinen Facebook veröffentlicht und von einem Zuschauer eigentlich geschrieben wurde, ...
  3. AW: ZDF-Beitrag erregt Unmut der Zuschauer - Offener Brief Ich weiß nicht, ich fand den ZDF-Beiträg eher treffend. Wenn in einer Stadt nur 1 Nazi rumlaufen sollte, und alle anderen wegschauen, wiegt das schwerer, als eine andere Stadt mit 100 Nazis und die Hälfte der Stadtbewohner dort schaut nicht weg. Sollte einer der Nazis mal Langeweile bekommen. Ich halte schon lange eine hohe Quote der NPD nur für eine Folge des politischen Desinteresses. Des gesellschaftlichen Desinteresses. Des Desinteresses für alles. Dafür sind die Neuen Bundesländer prädestiniert. Und nicht, weil die "Ossis" fauler sind oder ähnlichem - nein, weil einfach aufgrund der 20 Jährigen Migration der dt. Bevölkerung sich bestimmte Cluster gebildet haben. Es heißt doch micht umsonst, die Dörfer dort sterben aus, weil die Jugend einfach wegzieht. Sowas schürt Resentiments, diei ins rechte Milien rücken - wenn auch die politische Haltung selbst weit, weit von der Rechten Gesinnung entfernt ist.
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