ZDF: Bolivien und der Kampf um Gerechtigkeit

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Mainz – Bolivien, das ärmste Land Südamerikas. Nach offiziellen Angaben leben rund 80 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze.

Und gleichzeitig ist mit 62 Prozent der Anteil der indigenen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung nirgendwo in Südamerika so hoch wie in Bolivien. Im Dezember des Jahres 2005 schaffte es erstmals in der Geschichte des Landes ein Indio in das Amt des Präsidenten: Der Kokabauer und Gewerkschaftsführer Evo Morales.

Seither versucht Morales, der indigenen Bevölkerungsmehrheit im Land mehr Rechte einzuräumen. Seine Politik nennt sich sozialistisch, sein engster Verbündeter ist Venezuelas Staatschef Hugo Chávez. Die indigene Landbevölkerung profitiert davon. Sie erhält für ihre Kinder Schulgeld, die Alten bekommen eine staatliche Rente und jeder kann sich kostenlos in Krankenhäusern von kubanischen Ärzten behandeln lassen.
 
Eine politisch wichtige Gruppe sind auch die Minenarbeiter in Bolivien, die zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten und große Hoffnungen in den Präsidenten setzen. Und nicht zuletzt die Koka-Bauern des Landes, die jetzt weitgehend frei und ohne Reglementierungen des Staates ihre Anbauflächen vergrößern dürfen. Die illegale Kokainherstellung hat seit dem Amtsantritt des
Präsidenten allerdings auch stark zugenommen.
 
Der Westen Boliviens, das Hochland, ist Morales-Land. In den ressourcenreichen Tieflandprovinzen jedoch leben seine erbittertsten Gegner. Santa Cruz ist die Keimzelle der Oppositionsbewegung gegen den Präsidenten. Schon seit langem kämpft die Provinz für eine weitgehende Autonomie. Die Unternehmer wollen nicht die Zeche zahlen für die armen Indios im Hochland. Ein Konflikt, der im Jahr 2008 mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führte.
 
Seit langem stehen sich beide Seiten unversöhnlich gegenüber. Bolivien ist gespalten in mehrfacher Hinsicht: In Arm und Reich, Hochland gegen Tiefland, indigene Bevölkerung gegen Weiße und Mestizen.
 
In seiner Reportage stellt ZDF-Korrespondent Carsten Thurau die Politik von Evo Morales vor. Er trifft Menschen, die in ihm die größte Hoffnung sehen. Und andere, die erbittert gegen ihn und seine Vorstellungen von einem sozialistischen Bolivien kämpfen.
 
Auch der 25. Januar wird an der Zweiteilung des Landes nichts ändern. An diesem Tag entscheidet Bolivien über eine neue Verfassung, die nach langem Konflikt beide Seiten zufriedenstellen soll: Mehr Gerechtigkeit für die Indios und mehr Selbstbestimmung für die reichen Provinzen.
 
Das ZDF zeigt die Sendung am 28. Januar um 0.35 Uhr. [mw]

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