Zwei Väter, ein Sohn – ARD-Komödie mit Edgar Selge und Armin Rohde

0
17
Bild: Destina - Fotolia.com
Bild: Destina - Fotolia.com
Anzeige

Hamburg – Der Junge kann einen zur Raserei bringen. Wie der den ganzen Tag nur auf der Couch liegt, Chips frisst, in die Glotze starrt und höchstens mal zur hübschen Nachbarstochter hinüberäugt.

Stiefvater Walter (Armin Rohde), gerade arbeitslos geworden und schon daher nicht in nervlich bester Verfassung, rutscht da auch schon mal die Hand aus. Als er den lethargischen Nichtsnutz Anton (Robert Gwisdek) vor die Tür setzt, sucht der kurzerhand Unterschlupf bei Ingo (Edgar Selge), seinem leiblichen Vater.
 
Die Komödie „Väter – Denn sie wissen nicht was sich tut“ drehte Regisseurin Hermine Huntgeburth im Auftrag des NDR. Nach seiner Uraufführung beim Filmfest Hamburg 2006 zeigte Arte den Film im Juni 2007, jetzt ist er am 29. Dezember (20.15 Uhr) in der ARD zu sehen.
 
Früher waren Ingo und Walter Freunde, heute haben sie kaum etwas gemeinsam. Das ändert sich, als Walter seine Wohnung verliert und ebenfalls bei Ingo einzieht. In der Dreier-WG stellt sich schnell die Frage, ob die Väter gemeinsam bei Anton mehr ausrichten als jeder für sich allein. Sie ersinnen immer härtere Erziehungsmaßnahmen, die allerdings erst Wirkung zeigen, als sie unverhofft weibliche Unterstützung bekommen. Eher unfreiwillig werden die Kontaktvermittlerin Marion Vollmer (Ulrike Krumbiegel) und die frühreife Schlafwandlerin Tilda (Sidonie von Krosigk) von nebenan in das Erziehungsprojekt einbezogen.
 
Beide Väter wandeln sich ein bisschen im Verlauf der Geschichte: „Das ist das Interessante an der Figur und gleich auch an unserem ganzen Film“, meint Ingo-Darsteller Edgar Selge. „Dieser Sohn in seiner ganzen Indolenz und aufreizenden Schläfrigkeit zwingt nicht nur seine Film-Väter, sondern schließlich auch den Zuschauer zu einem gewissen Umdenken.“
 
Die mögliche Verbindung der beiden Darsteller Rohde und Selge war es zunächst einmal, die Regisseurin Huntgeburth an diesem Stoff reizte, „gerade in ihrer Gegensätzlichkeit“. Das Resultat: „ein Männerfilm, gewiss“, nickt die Regisseurin. Aber einer, der auch „Erbarmen mit den Männern“ hätte heißen können, so zärtlich werden sie bei allem Scharfblick auf ihre Schwächen gezeichnet.
 
Rohde ist als Walter eher grob und geistig etwas eingleisig, Selge als Ingo überfein und in seiner Gutmenschelei eigentlich der rabiatere Egoist. Beide sind mehr rührende Gestalten in ihrer Hilflosigkeit gegenüber dem passiv vor sich hin schweigenden Sohn Anton. „Jeder kennt sowas“, meint Autor Lothar Kurzawa, der gemeinsam mit Volker Einrauch das Buch entwickelte, „entweder von seinen eigenen Kindern oder vielleicht in Erinnerung an die eigene Jugend, als er selbst so anders nicht war und den lieben Eltern einiges geboten hat.“
 
Robert Gwisdek, der für seine Darstellung dieses Sohnes den Nachwuchspreis vom Studio Hamburg erhielt, meint: „Eine schwere Rolle. Man darf ja kaum spielen, muss immer nur da sein, muffelnd, verstockt, gleichgültig.“ Und: „Es war natürlich eine große Ehre, mit so hochkarätigen Schauspielern wie Selge und Rohde spielen zu dürfen.“ Wozu Film-Stiefvater Rohde breit grinst: „Das haben wir dir ganz schön eingetrichtert, oder?“ dpa[mg]

Bildquelle:

  • Inhalte_Fernsehen_Artikelbild: Destina - Fotolia.com

0 Kommentare im Forum

Alle Kommentare 0 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum