Beltracchi gibt Netflix einen Korb – Leben des Kunstfälschers wird verfilmt

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Der ehemalige Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi (70) lässt sein Leben verfilmen – als Komödie. Sein Schaffen brachte ihm sechs Jahre Gefängnis ein.

„Wir haben unsere Filmrechte verkauft“, sagte Beltracchi der Deutschen Presse-Agentur. Viele Jahre habe er mit großen amerikanischen Firmen verhandelt. Auch Netflix habe für eine Serie Angebote gemacht.

Den Zuschlag habe schließlich aber der deutsche Produzent Thomas Schühly erhalten. Schühly hatte mit Rainer Werner Fassbinder zusammengearbeitet und auch Filme wie „Der Name der Rose“ und der „Der Totmacher“ produziert.

Regisseur soll der Belgier Jaco Van Dormael werden. Dessen Komödie „Das brandneue Testament“ über Gott, der als cholerisches Scheusal mit seiner Familie in Brüssel lebt, hatte Beltracchi nachhaltig beeindruckt.

„Wir können jeden kriegen für den Film, das haben wir in der Vorbereitung festgestellt“, sagte Beltracchi. „Alle wollen da mitmachen.“ Bei der Hauptrolle habe er an Johnny Depp (58) gedacht. „Aber der ist jetzt natürlich auch schon ein bisschen älter“. Der Film beginne ja schon in den 1970er Jahren, als Beltracchi gut 20 Jahre alt war.

Der Film solle ein „richtig schöner großer toller Kinofilm“ werden mit Spaß, einer Liebesgeschichte, Crime, Spannung – und Satire. „Man kann diesen Kunstmarkt ja nicht ernst nehmen“, so Beltracchi. „Wer den ernst nimmt, der muss ja verrückt sein.“

Beltracchi war vor zehn Jahren in Köln wegen Millionenbetrugs zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Anfang 2015 wurde er aus der Haft entlassen. Er hatte mit seiner Frau jahrelang gefälschte Bilder von Avantgarde-Malern wie Max Ernst, Heinrich Campendonk oder Max Pechstein in den Kunstmarkt geschleust. Inzwischen leben die Beltracchis in der Schweiz.

Anm.: Das Video im Titel behandelt nicht den geplanten Film über Beltracchi, sondern eine Doku aus dem Jahre 2014 und dient lediglich der näheren Information über den Künstler.

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