Die Geschichte von Baz Luhrmann’s Film „Elvis“

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Elvis Presley © Warner Bros.
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Große Berühmtheiten haben in der Regel fast immer bedeutende Geschichten zu erzählen. So geschehen im Film „Elvis“, der in diesem Jahr ins Kino kam.

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Neben Eskapaden auf After-Show-Partys können auch lange Abende im Casino hierzu zählen. Da die meisten Promis wohl kaum auf einen Casino Echtgeld Bonus ohne Einzahlung angewiesen sind, geht es hierbei im Normalfall auch um jede Menge Geld. Warum nicht also all diese Geschichten in einen Film verpacken? Buz Luhrmann hat dieses Unterfangen gewagt und ist dabei – laut der Meinung vieler Fans – kläglich gescheitert. Heute sprechen wir über den Film „Elvis“ und dessen Bestandteile, die man hätte besser umsetzen können. 

Viel Kritik an Luhrmann’s Film

Es sollte ein Film über eine mittlerweile leider schon seit einem knappen Jahrhundert verstorbene Legende werden. Mit Austin Butler holte er sich dafür einen Hauptdarsteller ins Boot, der mit jungen Jahren bereits einige Highlights in seiner Filmografie vorzuweisen hatte. Mit Tom Hanks stand zudem weitere Prominenz am Set, er spielte in dem Film den Colonel Tom Parker, musste sich also keinen neuen Vornamen zulegen. 

In der Fanszene ist der Film auch trotz der namhaften Besetzung nicht sonderlich gut angekommen. Nachdem der Film Ende Juni in die Kinos kam, hagelte es Kritik von nahezu allen Seiten. Vor allem beim Kurznachrichtendienst Twitter war immer wieder von enttäuschten Zuschauern zu lesen, die sich einen ganz anderen Inhalt erhofft hatten. Doch was führte eigentlich zur Unzufriedenheit der Zuschauer? In diesem Beitrag analysieren wir die einzelnen Bestandteile des Films und machen deutlich, was aus unserer Sicht besser umgesetzt werden kann. 

Film über Elvis – Oder doch nur dessen Manager?

Was uns direkt ins Auge sticht, war die für diese Art von Filmen ungewohnt aufwändige Kulisse. Zwar ist Luhrmann ohnehin für seine aufwändigen und sehr lebendigen (um nicht zu sagen hektischen) Filme bekannt, bei Produktionen, welche das Lebenswerk eines Künstlers darstellen sollen, ist aufgrund der meist geringen Zuschauerzahl jedoch ein kleineres Budget üblich. Auch die Besetzung mit Tom Hanks lässt darauf schließen, dass dieser Film in der Entstehung alles andere als ein Schnäppchen war. 

Zumindest zu Beginn des Films scheinen sich diese Ausgaben kaum rentiert zu haben. Schließlich handelt die erste halbe Stunde der Produktion, die den Namen Elvis trägt und damit eben jenen Künstler als Dreh- und Angelpunkt suggeriert, nur bedingt vom eigentlichen Leben des früheren Stars. Der Film startet nämlich mit einer Menge von Elvis Konzerten aus seinen frühen Jahren. Zwar wird er hier immer wieder mitten auf dem Bildschirm dargestellt, zu Wort kommt er allerdings kaum. Und mit kaum meinen wir, dass Austin Butler in Person von Elvis in den ersten 30 Minuten des Films keine zwei Sätze am Stück von sich gibt. 

Eine mindestens gleichbedeutende Rolle nimmt in diesem Abschnitt der von Tom Hanks gespielte Manager ein. Dieser erkennt zunehmend, dass Elvis auf seinen Konzerten gut ankommt. Und zwar so gut, dass er in Windeseile andere Künstler vom Thron stoßen und sich als einer der wichtigsten Musiker der Welt etablieren kann. Die Karriere von Elvis war damit geboren und das Potential bereits auf weiten Teilen der Erde bekannt. 

Ist der Film „Elvis“ zu oberflächlich? 

Die Kritik soll dabei keinesfalls bedeuten, dass der Film Elvis den Eintritt nicht wert sei. Schließlich handelt es sich hier trotz der großen Abneigung einiger Zuschauer um einen Film, der aufwändig produziert wurde. Der Inhalt hingegen ist, zumindest teilweise, mehr als fraglich. Denn anstatt tiefe Einblicke in das Leben von Elvis Presley zu gewähren, hängt sich der Film immer wieder an bereits bekannten Eckpunkten auf. So werden beispielsweise einige Eskapaden nur kaum oder gar nicht erwähnt, während bereits einschlägig bekannte Informationen nahezu penetrant wiederholt werden. 

Wer sich vom Anschauen dieses Films also neue Handlungsstränge erhofft, ist hierbei sicherlich fehl am Platz. Vielmehr ist der Film eine oberflächige Biografie, die sich weitestgehend mit bereits verschriftlichen Lebensläufen deckt und somit, bis auf die Tatsache der bewegten Bilder, kaum einen Mehrwert liefert. Weder die Skandale um Affären mit möglicherweise viel zu jungen Fans noch die Tatsache, dass sich Elvis mit fortschreitendem Alter zunehmend den Drogen gewidmet hat, werden in diesem Film zur Schau gestellt. Es wirkt fast so, als würde der Autor des Drehbuchs mit allen Kräften verhindern wollen, dass Elvis in ein schlechtes Bild gerückt werden kann. 

Die Besetzung: Zwischen Fehl- und Glücksgriffen

Mit Tom Hanks holte sich Regisseur Luhrmann einen bekannten Namen ins Boot. Hanks, der im Film den Manager von Elvis spielen soll, scheint allerdings keine glückliche Wahl zu sein. Es liegt ihm einfach nicht, die Rolle des „bösen“ und geldgierigen Managers zu spielen, der Elvis’ Manager in Wirklichkeit gewesen sein soll. Zudem sieht sich Hanks damit konfrontiert, eine nicht ganz so detailgetreue Version des Managers spielen zu müssen. Schließlich versucht der Film nahezu zu verdeutlichen, dass der von Tom Hanks gespielte Colonel maßgeblich am Tod von Elvis Presley beteiligt war. Zwar gab es tatsächlich nach dem Ableben des Mega-Stars eine Klage, die sich gegen dessen Manager richtete, diese hatte allerdings keinesfalls die im Film angepriesene Intensität. 

Anders hingegen ist das Engagement von Austin Butler zu betrachten. Er geht in seiner Rolle wunderbar auf und lässt bei den Zuschauern keine Zweifel offen, dass er tatsächlich in der Lage ist, die Rolle einer solchen Ikone anzunehmen. Auch der Gesang muss dank des Talents von Butler nicht durchgehend aus Archiven zusammengemixt werden. Zwar wird immer mal wieder eine originale Tonspur genutzt, dennoch stammen auch viele der Zeilen aus dem Mund von Austin Butler selbst. 

Alles in allem scheint die Besetzung nicht sonderlich gut ausgewählt zu sein. Neben dem nicht allzu perfekten Drehbuch des Films bietet sich damit gleich genügend Angriffsfläche, um die Kritik auf zwei Ebenen ausweiten zu können. 

Lohnt sich ein Besuch des Films?

Nachdem nun mehrere Monate nach dem Release des über zweieinhalb Stunden langen Films vergangen sind, ist die Zeit gekommen, um ein erstes Fazit ziehen zu können. Allein aus Sicht der Verantwortlichen dürfte der Film erwartungsgemäß positiv gestimmt haben. Schließlich war Elvis, auch noch in der zweiten Woche nach Veröffentlichung, die unangefochtene Nummer 1 in den Kinocharts. 

Aus Sicht des Zuschauers gibt es bei dieser Produktion definitiv gespaltene Meinungen. Während große Fans von Elvis Presley mit Sicherheit nostalgische Erinnerungen erwarten dürfen, ist der Film wahrscheinlich vor allem für Außenstehende eher uninteressant. Schließlich sind die meisten im Film thematisierten Umstände auch denjenigen bekannt, die sich nicht allzu viel mit Elvis Presley beschäftigt haben. Somit wäre der Film nicht nur austauschbar, sondern hätte sogar das Potential, über einen ganz anderen Musiker erzählen zu können. Die Oberflächlichkeit bringt kaum Identifikation mit dem eigentlichen Elvis Presley. Luhrmann wäre wohl besser damit bedient gewesen, wenn der Film über eine frei erfundene Person gehandelt hätte. 

Bildquelle:

  • df-elvis: Arte
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