Wende im Porno-Streit: xHamster sucht das Gespräch

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Screenshot: Digitalfernsehen.de
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Pornoportale sollen Heranwachsende von frei zugänglichen Inhalten fernhalten, doch der jahrelange Kampf der Medienaufseher lief bislang ins Leere. Nun überrascht der Pornoanbieter xHamster mit Gesprächsbereitschaft.

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Überraschender Strategiewechsel im Streit zwischen Medienaufsicht und Pornoanbietern: Anwälte des Portals xHamster wollen sich am kommenden Dienstag in Düsseldorf erstmals mit den Medienaufsehern treffen. Das bestätigten beide Seiten der Deutschen Presse-Agentur.

Die Macher von xHamster und anderer großer Pornoportale weigern sich seit Jahren, ihren Angeboten einen wirksamen Jugendschutz vorzuschalten. xHamster hatte die Medienaufseher dabei zuletzt alt aussehen lassen. Obwohl diese eine Netzsperre erwirken konnten, umgingen die Macher des Portals dies mit einem einfachen Trick: Sie fügten in der Domain einen Buchstaben hinzu und ließen die Sperre so ins Leere laufen.

Inzwischen streben die Medienaufseher eine Novelle des Jugendmedien-Staatsvertrages an. Derweil rätseln sie über den Kurswechsel von xHamster. Das Portal habe ihre Schreiben jahrelang unbeantwortet gelassen.

„Dass sich xHamster nun um ein Gespräch bemüht, mag daran liegen, dass die Flucht in die Illegalität auch vor dem Hintergrund unserer Maßnahmen für ein Wirtschaftsunternehmen keine dauerhafte Lösung ist“, sagte der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Tobias Schmid, auf Anfrage. „Unabhängig von alldem fordern wir xHamster erneut auf, unserer Anordnung unverzüglich Folge zu leisten und den Schutz von Jugendlichen und vor allem Kindern entsprechend den gesetzlichen Vorgaben umfassend sicher zu stellen.“

xHamster will Lösung erörtern

Nach Angaben von xHamster geht es ihnen darum, eine „einheitlich und wirksame Lösung zur Beschränkung des Zugang von Kindern zu Pornos zu erörtern“. xHamster, das wie viele andere Pornoanbieter seinen Sitz auf Zypern hat, prüfe derzeit verschiedene Konzepte zur Verbesserung des Jugendschutzes. Man stehe dazu auch mit der zypriotischen Medienaufsichtsbehörde in Kontakt.

Die Medienaufseher wollen die Pornoanbieter dazu verpflichten, ihren Angeboten eine wirksame Altersverifikation vorzuschalten. Gegen mehrere weitere Pornoanbieter ist dazu noch ein Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster anhängig. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte der Landesanstalt für Medien NRW in erster Instanz Recht gegeben.

Alterskontrolle mit KI

Mirko Vossen von der Kommission für Jugendmedienschutz in Berlin sagte, dass sich inzwischen eine technische Lösung anbiete, die den Pornoanbietern den Schritt erleichtern könnte: die biometrische Alterskontrolle mittels Künstlicher Intelligenz. Eine entsprechende Altersverifikation sei von den Medienanstalten inzwischen positiv bewertet worden. Sie kommt ohne Ausweispapiere aus.

Die Pornoindustrie befürchtet Reichweiteneinbrüche, wenn Nutzer für den tabubehafteten Pornokonsum gezwungen wären, zwecks Alterskontrolle ihre Daten einzugeben. Die neue Generation der Alterskontrolle kommt ohne aus: Die Programme könnten anhand des Gesichts des Nutzers dessen Volljährigkeit prüfen und erkennen.

Text: dpa/ Redaktion: JN

Bildquelle:

  • pornowerbung: Richard W. Schaber
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20 Kommentare im Forum

  1. Da kommt nichts bei raus. Fakt ist dass eine Alterskontrolle dann für ALLE Portale kommen muss. Das kann niemand gewährleisten und damit sehen sich die die in der Schusslinie stehen als benachteiligt an, da die Pornofans dann zu den unbeschränkt zugänglichen Portalen wechseln. Auch jegliche Verifikation mit kleinsten persönlichen Daten ist das sofortige AUS für die Portale, da niemand so dumm ist private Daten an Pornoportale zu geben.
  2. Normalerweise ist man mit dem Googlekonto angemeldet. Biste unter 18 = automatische Sperre. Wer nicht im Googlekonto angemeldet ist, kann sich mit dem Ausweis verifizieren. So könnte man das machen. Ich weiß, Datenschutz. Aber die Daten können in Cookies verschlüsselt werden.
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