ARD-Chefin Piel: „Quote ist wichtig, aber nicht alles“

24
12
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

Die ARD-Vorsitzende Monika Piel nimmt billigend in Kauf, dass ihr Sender aufgrund zahlreicher Sondersendungen über die Katastrophein Japan und die Unruhen in Nordafrika möglicherweise bei der Quotenabrechnung Federn lassen muss.

Es könne sein, dass man deshalb „in der Jahresquote vielleicht nicht so gut dastehen“ würde, sagte die ARD-Vorsitzende Monika Piel in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“ (Montagsausgabe). „Das ist mir dann vollkommen gleichgültig, denn wir haben für unser Publikum über Dinge berichtet, die wir für relevant halten“, betonte Piel.

Als Beispiel nannte sie die wegen der kritischen Lage in Fukushima ausgefallene Jubiläums-Show „30 Jahre Musikantenstadl“. „Das hat natürlich enorm viel Quote gekostet“, räumte die Intendantin ein. Zugleich sagte sie dem Magazin, den Sender hätten aufgrund dieser kurzfristigen Programmänderung „unendlich viele Proteste“ von Volksmusik-Fans erreicht, die sich auf die Sendung gefreut hätten.

Piel kündigte an, in ihrer zweijährigen Amtszeit als ARD-Vorsitzende deutlich zu machen, dass „Quote zwar wichtig, aber nicht alles ist“. Im Mai würden die Intendanten auf einer Sondersitzung in Brüssel deshalb über die Relevanz und die Qualität der ARD-Programme diskutieren.

Piel, die innerhalb der ARD die Arbeitsgruppe „Junges Publikum leitet, will über erfolgreiche Internetauftritte von Radiosendern wie 1Live Jüngere wieder zum Fernsehen zurückholen. „Wir zeigen dort auch Videos und Beiträge aus den dritten Programmen, die junge Leute ansprechen“, erläuterte die 60-Jährige ihre Verjüngungsstrategie.

Die öffentlich-rechtliche TV-Managerin begrüßte gegenüber dem „Focus“ auch den kontrovers diskutierten Vorstoß von Martin Stadelmaier, Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, einen neuen TV-Kanal für Jugendliche gemeinsam von ARD und ZDF entwickeln zu lassen (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Als Vorbild nannte sie dabei den Kika. Für die ARD allein sei ein solcher Sender für Jugendliche aktuell allerdings nicht finanzierbar, räumte Piel ein. [ar]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

24 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD-Chefin Piel: "Quote ist wichtig, aber nicht alles" Auch die ARD schielt viel zu sehr auf die Quoten. Nur weil nun einmal der Stadl ausgegallen ist, heißt noch lange nicht, dass sie nicht ebenso quotengeil sind, wie die Privaten. Also will sagen, ich glaube Frau Piel kein Wort. "Quote ist wichtig - Quote ist alles"
  2. AW: ARD-Chefin Piel: "Quote ist wichtig, aber nicht alles" Könnte hinkommen: Die besten Sendungen tauchen in den Quotenberichten gar nicht auf.
  3. AW: ARD-Chefin Piel: "Quote ist wichtig, aber nicht alles" Da hat die Madame vor ihrem Amtsantritt wohl vergessen, den Rundfunkstaatsvertrag durchzulesen. Nichts steht dort von 'Quote' Allerdings gibt es zu viele Brennpunkt-Sendungen nach den Nachrichten.
Alle Kommentare 24 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum