ARD und ZDF reagieren auf Forderung nach Flüchtlings-Sender

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Mit der Aufforderung an ARD und ZDF, schnellstmöglich einen eigenen TV-Sender für Flüchtlinge zu starten, hatte die CSU am Donnerstag für reichlich Wirbel gesorgt. Nun reagieren ARD und ZDF auf dieses Anliegen.

Um die Integration der vielen tausend Flüchtlinge zu beschleunigen, will die CSU nun auch die TV-Sender in die Pflicht nehmen: In einem Schreiben an den ARD-Vorsitzenden Lutz Marmor und ZDF-Intendant Thomas Bellut forderte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer die beiden Sendeanstalten dazu auf, schnellstmöglich einen eigenen TV-Sender für Flüchtlinge zu starten, über den den Menschen nicht nur das Grundgesetz und die deutsche Leitkultur näher gebracht werden soll, sondern auch die Sprache, Werte und andere wissenswerte Informationen zum Leben in Deutschland. Finanziert werden könne der Sender über die Mehreinnahmen durch den Rundfunkbeitrag, die aktuell auf Sperrkonten liegen.

Nun reagierte auch die ARD auf das Ansinnen der CSU, doch statt eines klaren „ja“ oder „nein“ verweist der Sender auf seine bisherigen Angebote: Man sehe die Notwendigkeit ein, den Menschen, die nach Deutschland kommen, ein leicht zugängliches Angebot zu machen und habe sich daher in erster Linie auf das Internet konzentriert, da sich darüber die meisten Flüchtlinge leicht erreichen lassen, erklärte Marmor in einem Statement.
 
Dabei verweist der Sender auf die Website refugees.ard.de, auf der aktuelle Informationen für Flüchtlinge und Helfer aber auch allgemeine Fragen zusammengefasst werden. Dort finden sich unter anderem Antworten auf grundsätzliche Fragen, Erklärfilme auf Englisch, die „Sendung mit der Maus“ auf Arabisch oder Dari und Videosprachkurse. Zudem gebe es in den ARD-Radios unter dem Titel „Refugee Radio“ spezielle Nachrichten für Flüchtlinge. Darüber hinaus soll auch die „Tagesschau in 100 Sekunden“ bald in Englisch und Arabisch zur Verfügung stehen.
 
Für die Erstellung eines solchen Angebots sei auch die Kooperation mit der Deutschen Welle sehr hilfreich, wie Marmor weiter mitteilte. Zudem wolle man Flüchtlingen so schnell wie möglich Angebote wie Deutsch- und Integrationskurse in Form von Smartphone-Applikationen zur Verfügung stellen. Dafür arbeite der Bildungskanal ARD-alpha mit dem Bundesamts für Migration und Flüchtlinge zusammen.
 
Eine konkrete Antwort auf die Forderung nach einem Flüchtlings-Sender ist das allerdings nicht. Denn auch wenn über das Internet bereits vieles realisiert wurde und auch in kurzer Zeit zu realisieren ist, so beantwortet es doch nicht die Frage, wie ARD und ZDF zu der Idee stehen, einen eigenen TV-Sender zu starten.
 
Das ZDF findet da schon etwas klarere Worte: So verweist der Mainzer Sender zwar auch auf eine umfassende Berichterstattung in Nachrichten, Magazinen und Sondersendungen, stellt aber immerhin in Aussicht, dass der ZDF-Fernsehratsvorsitzende Ruprecht Polenz das Thema mit in die nächste Gremiensitzung einbringen werde. Es sei aber zu Bedenken, das die Rundfunkanstalten nicht selbst entscheiden könnten, einen neuen TV-Sender zu starten, sondern von den Ländern beauftragt werden müssten.
 
Zudem kündigte das ZDF an, sein Angebot für Flüchtlinge ausbauen zu wollen. So sollen künftig in der Mediathek alle wichtigen Sendungen zum Thema gebündelt angeboten werden. Weiter sollen die Logo-Nachrichten arabische Untertitel bekommen, um sie Flüchtlingen leichter zugänglich zu machen. [fs]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

96 Kommentare im Forum

  1. AW: ARD und ZDF reagieren auf Forderung nach Flüchtlings-Sender Und wer bezahlt das? Bald bestimmt GEZ Erhöhung. Freies WLAN, kostenlose SIM Karten! Als nächstes kostenlose Fahrschule?
  2. AW: ARD und ZDF reagieren auf Forderung nach Flüchtlings-Sender "Kartoffeln", "Biodeutsche" und "ungläubiges unwertes Leben" natürlich. Für den مساهمة للبث gebe ich keinen Cent aus. Wer einen Blick in die Zukunft von ARD ZDF & Refugee Radio werfen will: http://www.ard.de/home/ard/2214420/index.html Noch ein paar Jahre und die Amtssprache im Kalifat Deutschland wird arabisch sein.
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