Astra schafft Klarheit bei Herstellern von Set-Top-Boxen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Einige Hersteller von Satellitenreceivern fordern den offenen Zugang zu digitalen Free-TV-Satellitenprogrammen und haben eigens eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen – Astra-Tochter APS macht gegenüber DIGITAL FERNSEHEN nun reinen Tisch.

In einer Presseaussendung macht sich die Arbeitsgruppe, in der eine nicht veröffentliche Zahl von Herstellern organisiert sein soll, Luft und fürchtet um einen fairen Wettbewerb. Man gehe davon aus, dass SES Astra und dieRTL- sowie die ProSiebenSat.1-Gruppe mit einer kleinen Anzahl von Herstellern eine „Blue/Dolphin“-Spezifikation aufgestellt habe und so andere Hersteller benachteilige.

SES Astra distanziert sich gegenüber DF von dem so genannten Projekt Blue und betont, dass die angebotenen Dienstleistungen des Unternehmens nichts damit zutun hätten. Der Satellitenbetreiber stellt gegenüber DIGITAL FERNSEHEN richtig, dass das Projekt Blue das geplante Gemeinschaftsprojekt von RTL und ProSiebenSat.1 bezeichne, das mittlerweile aufgegeben wurde.
 
Die Hersteller von Set-Top-Boxen müssen nach Auffassung der Arbeitsgruppe mehrere zeit- und kostenintensive Zulassungsverfahren für die neu zu entwickelnde „Blue/Dolphin“ Set-Top-Box durchlaufen. Dies widerlegt SES Astra und macht deutlich, dass die Spezifikationen für alle Anbieter in gleicher Weise gelten und im Laufe dieses Monats allen interessierten Herstellern zur Verfügung gestellt werden. Hierdurch befreit sich der Satellitenbetreiber vom Vorwurf des unfairen Wettbewerbes unter den STB-Herstellern durch die Spezifikation.

Die Arbeitsgruppe berichtet weiterhin, dass ihnen bereits heute auch der Endverbraucherpreis von 99 Euro für die „Blue/Dolphin“-Set-Top-Box vorgegebenen wurde. Dazu erklärt APS, keine Vorgaben hinsichtlich des Endverbraucherpreises der Set-Top-Box gemacht zu haben, sondern lediglich Schätzungen, zu welchem Preis Decoder-Hersteller wohl in der Lage sein würden, ein Basismodell auf den Markt zu bringen.
 
Die Hersteller fürchten außerdem, dass die vorgegebenen Spezifikationen und der bereits jetzt festgelegte Preis technische Innovationen behindern könnten. Aus Kostengründen würde sich dann die Produktion von Set-Top-Boxen sämtlich nach Fernost verlagern. Dadurch würden tausende Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen. SES Astra gibt an, dass die Spezifikationen nur Mindestanforderungen vorgeben, die notwendig sind, um die Sicherheit, Stabilität und Funktionalität der neuen Decoder-Population sicherzustellen. Sie hinderten Hersteller nicht daran, Boxen mit weiteren Eigenschaften und innovativen Funktionen auszustatten.
 
Durch die Einführung der „Blue/Dolphin“ Set-Top-Box würden die Zuschauer verpflichtet, eine Set-Top-Box zu erwerben, mit denen der Empfang von anderen digitalen Free- oder PayTV-Satellitenprogrammen erschwert oder sogar unmöglich gemacht wird, wenn diese Programme nicht entsprechend der vorgegebenen „Blue/Dolphin“-Spezifkationen zumEmpfang bereitgestellt werden. Dagegen hat APS nach eigenen Angaben auch Spezifikationen für Decoder mit Common Interface Schnittstelle entwickelt. Diese könnten für verschiedene Verschlüsselungssysteme genutzt werden und ermöglichen auch den Empfang anderer Free-TV und Pay-TV-Programme.
 
Die Kosten der ersten Zertifizierung soll jeweils APS tragen. Astra widerlegt damit dem Argument, dass das Zulassungsverfahren kostenintensiv sei. Auch der Betrag von ca. einerhalben Mio. Euro ist Astra zufolge völlig aus der Luft gegriffen. [sch]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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