Berlusconi attackiert Murdoch als „Monopolist des Satellitenfernsehens“

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Rom – Der italienische Premierminister Silvio Berlusconi, Besitzer von Italiens größter privater TV-Gruppe Mediaset, hat eine scharfe Attacke gegen den australischen Medientycoon Rupert Murdoch gerichtet.

Murdoch, der in Italien den Bezahlsender Sky Italia besitzt, sei ein „Monopolist des Satellitenfernsehens“. „Murdoch kauft Filme ohne Konkurrenz ein. Während RAI, Mediaset und andere Gruppen in Italien einander bekämpfen müssen, hat Sky keine Grenzen bei der Sendung der Werbung“, sagte Berlusconi. Darüber berichtet die österreichische Zeitung „Standard“ mit Verweis auf die Nachrichtenagentur APA.
 
„Sky Italia ist eine Gruppe unter Kontrolle eines ausländischen Bürgers, der alle Einnahmen ins Ausland bringt. In Italien genießt Murdoch Privilegien, über die er zufrieden sein sollte“, wird Berlusconi zitiert.
 
Der italienische Premierminister sei in den vergangenen Tagen arg unter Beschuss geraten, weil seine Regierung die Mehrwertsteuer auf die Abonnement-Gebühren für Bezahl-TV-Kunden von zehn auf 20 Prozent erhöhen will. Von der Maßnahme ist Sky Italia, schärfster Konkurrent von Berlusconis Mediengesellschaft Mediaset, betroffen .
 
Laut Sky Italia wurde die Maßnahme nur getroffen, um Sky-Abonnenten zu belasten und dem Sender neue Kunden zu entziehen. Sky-Italia-Vorstandschef Tom Mockridge fragte, weshalb die Mehrwertsteuer nur beim Bezahl-TV erhöht werde. Dies sei unfaire Konkurrenz, seine Gesellschaft werde sich dagegen durch eine Werbekampagne im TV wehren.
 
„Im Streit bekam Berlusconi Rückendeckung aus Brüssel. Die EU stellte ein Verfahren gegen Italien wegen der unterschiedlichen Steuersätze ein, die bisher im Fernsehbereich angewendet wurden“, schreibt das Blatt.

Die Mehrwertsteuer auf Bezahlsender war von der Regierung von Lamberto Dini 1995 zur Förderung des Satellitenfernsehens in Italien von 20 auf zehn Prozent reduziert worden. Das Bezahlfernsehen über Satellit ist im Land steuerbegünstigt, weil damit ein Weg gesucht wurde, aus dem engen Markt des terrestrischen Fernsehens mit nur zwölf Kanälen zu entfliehen, in dem Berlusconis Mediaset und der Staatssender RAI praktisch ein Duopol darstellten.
 
Die EU hatte die Regierung in Rom öfters aufgerufen, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, um Privilegien im Fernsehbereich abzuschaffen. Italien hatte bisher jedoch Brüssels Aufrufe ignoriert. [mg]

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19 Kommentare im Forum

  1. AW: Berlusconi attackiert Murdoch als "Monopolist des Satellitenfernsehens" Der hat auf der einen Seite natürlich recht, aber der Berlusconi hat um einiges mehr ***** am Stecken, an seiner Stelle würde ich das Maul mal nicht ganz so weit aufreissen und erstmal selbst an die Nase fassen. Und aus meiner Sicht ist es besser, wenn es nur einen PayTV-Anbieter gibt der alle Lizensen hält, als das es verschiedene Anbieter gibt und ich dann mehrere Abos machen muss um alle Filme zu sehen, was mich unter Strich dann wahrscheinlich teurer kommt.
  2. AW: Berlusconi attackiert Murdoch als "Monopolist des Satellitenfernsehens" So sehe ich das auch. Murdoch hat via Satellit in Italien das, was die Kabelbetreiber bei uns in ihren Gebieten haben: ein Monopol, welches dem Kunden zugute kommt. Wenn ich die Möglichkeit hätte, wäre ich schon lange KD Kunde und müsste mich nicht von diversen Sat-Anbietern (arena Sat) abzocken lassen, nur um eine ähnlich potente Spartenkanal-Plattform wie KD Home zu erhalten. Zum Thema Berlusconi: dieser Mann ist so ziemlich das mieseste, was Europa an Politikern zu bieten hat. Neben diesem Mafiosi wirkt Murdoch wie ein Lamm.
  3. AW: Berlusconi attackiert Murdoch als "Monopolist des Satellitenfernsehens" Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen...
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