Bertelsmann nach Corona-Flaute: „Kunden brauchen Fernsehwerbung“

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© Eric Steichen
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Ausbleibende Werbeerlöse in der Corona-Pandemie haben den Gewinn des Bertelsmann-Konzerns im ersten Halbjahr geschmälert.

Weltweit lag das Ergebnis bei 488 Millionen Euro und damit um 14 Millionen Euro unter dem Wert des ersten Halbjahres 2019 (502 Millionen Euro), wie der Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzern am Dienstag in Gütersloh mitteilte. Der Konzernumsatz ging in den ersten sechs Monaten um 8,9 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro zurück.

Der Konzern rechnet für das zweite Halbjahr mit einer schrittweisen Erholung der Werbemärkte. Zudem betonte das Unternehmen: „Unter Berücksichtigung der hohen Prognoseunsicherheit sollten Umsatz und operatives Ergebnis ohne die TV- und Zeitschriftengeschäfte das Vorjahresniveau erreichen.“

Der Rückgang auf dem Werbemarkt, der bei vielen Medienunternehmen in Deutschland zu sehen ist, zeigte sich bei den Bertelsmann-Geschäftsbereichen RTL Group und Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr. Zugleich konnte der Konzern mit anderen Sparten gegensteuern. Zum Beispiel steigerte der Dienstleistungsbereich mit Arvato das operative Ergebnis. Auch der Umsatz im Musikbereich BMG ging nach oben.

Der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe betonte am Dienstag, dass das Konzernergebnis weitgehend stabil sei. Zu der Erwartung, dass sich die Werbemärkte wieder schrittweise erholen, sagte er: Nach einem Minus von 40 Prozent bei der RTL Group im zweiten Quartal, erwarte man im dritten Quartal noch ein Minus von 10 Prozent. In Deutschland sehe man die Fernsehwerbung im August sogar „deutlich im Plus im Vergleich zum Vorjahr“. 

Die Prognoseunsicherheit bleibe aber weiter hoch. „Wir hören positive Signale aus dem Markt.“ Rabe sagte auch: „Viele unserer Kunden merken, dass sie Werbung und Fernsehwerbung brauchen, um ihre Produkte zu verkaufen.“ Man sehe eine breite Erholung in den Werbemärkten – mit einer Ausnahme: Tourismus.

Die RTL Group steuert weiterhin den größten Anteil der Umsätze im Konzern bei. Das Interesse an den Streaming-Angeboten auf den Plattformen TV Now und Videoland in Deutschland und in den Niederlanden stieg in der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr – um 45 Prozent auf 1,77 Millionen zahlende Abonnenten.

Bertelsmann hat weltweit rund 126 000 Mitarbeiter. Die Beschäftigungszahl konnte im ersten Halbjahr gehalten werden. In Deutschland waren laut Rabe maximal 7000 Mitarbeiter in Kurzarbeit, jetzt seien es noch rund 1000 Beschäftigte. Weltweit waren es maximal knapp 20 000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Auch diese Zahl habe sich in den vergangenen Wochen reduziert.

Bildquelle:

  • RTLGroup_1: © Eric Steichen

9 Kommentare im Forum

  1. [SIZE=6] [SIZE=3]Ist das schon die neu aufgestellte "Kommunikation"s-Riege der RTL Group auf dessen Mist diese Aussage getroffen wurde? Bei welcher geistig-umnächtiger Sitzung ist das denn ersonnen worden? "Kunden brauchen Fernsehwerbung" - echt jetzt? Wohl der Sender, denn Kunden schalten häufig bei Werbung weg. Also da muss erheblich Dampf(-Druck) im Kessel von RTL sein, sonst würde man nicht so einen fast schon als Hilfeschrei gellenden 'Appell' ausrufen. Scheint da etwas 'Verzweiflung' durch, oder wie kommt man auf diese abstruse These, dass Kunden Werbung brauchen? Selbst wenn das nicht an den Zuschauer gerichtet sein mag, diese Aussage, sondern direkt an die Werbeindustrie - hat RTL sein Bezahlmodell à la HD+ und die Modelle im Kabel und IPTV. Oder läuft auch das nicht so zu ihrer Zufriedenheit? Jedenfalls so ein Appell sollte aufhorchen lassen, wie ernst es sein könnte - Zahlen hin oder her. Für mich klingt das nach Verzweiflung.[/SIZE][/SIZE]
  2. Es ist schon verrückt. Und was machen die User sie gehen noch mehr zu den unsicheren Streamingangebot. Alles wohl gewollt. Es ist auch dringend notwenig das die Öffentlichen die Nationalmannschaft Spiele wieder hohlt.
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