BLM-Führung wegen Kreditaffäre weiter unter Druck

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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München – Die Kreditaffäre um den ehemaligen Vorsitzenden des Medienrates der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Klaus Kopka, ist weiterhin nicht aus dem Weg geräumt.

Eine Sondersitzung des Medienrates am 26. Mai soll nun Licht in die Darlehensbeziehung zwischen dem Medienkontrolleur Kopka und dem 2008 tödlich verunglückten Medienunternehmer Ralph Burkei bringen sowie den aktuellen Schleichwerbeverdacht aufklären (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Das berichtet die Nachrichtenagentur Evangelischer Pressedienst (epd).
 
Der für die Medien zuständige bayerische Staatsminister Siegfried Schneider (CSU) und andere Gremiumsmitglieder hätten gleichzeitig angekündigt, einen Fragenkatalog dazu vorzulegen.

BLM-Präsident Prof. Wolf-Dieter Ring und Erich Jooß, Vorsitzender des BLM-Medienrates, sprachen laut epd von einer „törichten Darlehensannahme“ und einer „inakzeptablen“ Kreditbeziehung zwischen Kopka und dem Medienunternehmer Burkei, verteidigten aber zugleich, dass sie das Kontrollgremium nicht schon eher darüber informiert hatten. Ihre Entscheidung begründeten sie demnach damit, dass sie Kopka kurz vor Auslaufen seiner Amtszeit im Jahr 2003 „nicht bloßstellen“ und seine Existenz nicht vernichten wollten.
 
Ring sagte, es sei keine juristische Prüfung veranlasst worden, weil es sich angesichts der Freundschaft zwischen Kopka und Burkei um eine private Angelegenheit gehandelt habe. Der BLM-Präsident sei nicht verpflichtet, „persönliches Verhalten oder Fehlverhalten einzelner Medienratsmitglieder zu würdigen, weil er hierfür gar keine Kompetenz hat.“ Gleichwohl habe er den Vorgang als „politisch brisant“ eingestuft, so Ring.
 
Als erste Konsequenz aus den Darlehenszahlungen des Medienbetreibers Burkei an den Kontrolleur Kopka in Höhe von 215 000 Euro zwischen 1994 und 2000 beschloss der Medienrat dem epd zufolge, die Lizenz für 80 Prozent der Sendezeitanteile des Regionalfensters neu auszuschreiben. In diesen Fenstern auf RTL und Sa 1 ist derzeit das „Bayern Journal“ zu sehen, das Camp TV produziert. BLM-Präsident Ring plädierte für einen Neuanfang mit pluraler Beteiligung. Zugleich wurde der Antrag auf Fortsetzung der Anbietertätigkeit von Camp TV abgelehnt. Die Lizenz der Firma läuft 2010 aus. [ar]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

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