Breko: VDSL-Strategie der Telekom gefährdet Wettbewerb

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Bonn – Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) verurteilt die VDSL-Strategie der Deutschen Telekom als Versuch, den Breitbandwettbewerb auszubremsen.

Als Grundlage dieser Befürchtungen diene ein Gutachten des Branchenexperten Torsten J. Gerpott.

Demnach liege ein Drittel des Kundenpotenzials in den zehn deutschen Ausbaustädten für höhere Breitbandnutzung brach, weil die Länge der Kupferleitung von den Hauptverteilern der Telekom bis zu den Haushalten vielfach zu groß sei.
 
Neue Kabelverzweigerkästen und die Glasfasertechnik könnten diese Unzulänglichkeiten überbrücken. Gerpott zufolge strebt die Telekom mit der VDSL-Technik vor allem die Vermarktung von Diensten an, die grundsätzlich auch über das übliche ADSL 2 plus realisierbar wären. Damit wäre die von der Telekom angestrebte Regulierungsfreiheit für das VDSL-Netz in Frage gestellt.
 
Die Deutsche Telekom will den VDSL-Ausbau als neuen Markt definieren lassen und damit eine Ausnahme von der Regulierung bekommen. Widerstand gegen die Glasfaserausbaupläne der Deutschen Telekom hat die EU-Wettbewerbskommissarin Viviane Reding bereits im Februar angekündigt. Neue Infrastrukturen, über die bereits existierende Produkte und Dienste angeboten werden, sind kein neuer Markt, hatte Reding festgestellt (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
 
Die Telekom beabsichtige, vor den Wettbewerbern ein ungenutztes großes Akquisepotenzial auszuschöpfen, kritisiert auch Breko-Präsident Peer Knauer. Der Verband habe der Telekom bereits im November angeboten, den Ausbau gemeinsam vorzunehmen, bisher aber keine Konditionen angeboten bekommen, die eine Zusammenarbeit ermöglichen würden. Die Telekom sei nicht an einer gemeinsamen Markterschließung interessiert und wolle durch die Freistellung von der Regulierung den Wettbewerb verhindern, klagt der Breko-Präsident.
 
Die Forderung der Breko sei nun, dass die Bundesnetzagentur den VDSL-Ausbau nicht als neuen Markt einstuft, erklärte Breko-Sprecher Thomas Werz. Anderenfalls seien Investitionen in Gefahr. Auch dem Endkundenmarkt dürfte eine solche Entscheidung nicht dienlich sein, warnt Werz. [sch]

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