Britische Politiker drohen BBC mit Gebührenkürzung

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die konservative Regierung Großbritanniens ist offenbar äußerst unzufrieden mit der BBC. Grant Shapps, Chairman der konservativen Partei, warf der Rundfunkanstalt öffentlich einseitige Berichterstattung und die mangelhafte Aufarbeitung interner Skandale vor. Er drohte mit der Kürzung von Gebührengeldern.

Die britische BBC muss sich derzeit deutliche Drohungen aus der Politik gefallen lassen. Grant Shapps, Chairman der konservativen Partei, hat gegenüber dem „Telegraph“ Spekulationen ins Rollen gebracht, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk 2016 die Gelder zu kürzen. Seine Drohungen machte der Politiker dabei in Bezug auf die Berichterstattung und einige Skandale der jüngeren Vergangenheit, welche die BBC erschüttert hatten.

Wie der „Telegraph“ berichtete, hätte Grant Shapps für seinen medialen Vorstoß durchaus die Rückendeckung der konservativen Regierung. Die Regierung in Großbritannien stört sich demnach an der ihrer Meinung nach einseitigen Berichterstattung der BBC. Zudem hätte man intern unzureichend an der Aufklärung der Pädophilie-Skandale um die beiden Ex-Starmoderatoren Jimmy Savile und Stuart Hall reagiert. So seien den Behörden zu Folge mindestens 20 ehemalige oder aktuelle Mitarbeiter der BBC verdächtigt, sexuelle Straftaten gegen Minderjährige begangen zu haben.
 
Die Rundfunkgebühren in Großbritannien belaufen sich auf 145,50 Pfund (rund 170 Euro) jährlich pro Haushalt. Zum Vergleich: In Deutschland zahlt jeder Haushalt im Monat 17,98 Euro für ARD, ZDF und Deutschlandradio. Aufs ganze Jahr berechnet sind das 215,76 Euro. [ps]

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4 Kommentare im Forum

  1. AW: Britische Politiker drohen BBC mit Gebührenkürzung Richtig, weil in Deutschland das Bundesverfassungsgericht in seinem 8. Rundfunk-Urteil entschieden hat, dass der Staat (bzw. genauer: die Länder) sich auch bei der Gebührenfestsetzung nicht einmischen darf, weil er sonst auf diesem Weg Einfluss auf das Programm nehmen kann. Entsprechend wären Drohungen deutscher Politiker auch nichts weiteres als leere Drohungen, über die man bei ARD und ZDF nur müde lächeln könnte. Die Parlamente der jeweiligen Länder sind durch das Rundfunkurteil auch mehr oder weniger gezwungen, der Empfehlung der KEF zu folgen. Sie können die Gebühren lediglich dann kleiner ausfallen lassen, um sie sozialverträglich zu halten. Passende Geschichte dazu aus dem Jahr 2007: Karlsruhe entscheidet: GEZ-Gebühren sind zu niedrig - n-tv.de
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