Bundesliga: ARD und ZDF nutzen ihre TV-Rechte nicht komplett aus

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Auch ab der kommenen Saison geben die Öffentlich-Rechtlichen wieder Millionen Euro für die teuren Bundesliga-Rechte aus, doch richtig ausnutzen wollen ARD und ZDF die dadurch gewonnen Möglichkeiten auch weiter nicht. Denn die Sender zeigen die teuren Bilder auch weiter später als erlaubt.

Das Sportstudio des ZDF wird auch in der kommenden Saison bewegte Bilder von der Fußball-Bundesliga später zeigen als nach dem TV-Vertrag erlaubt. „Es gibt derzeit keine Anzeichen, dass wir etwas ändern werden“, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz der Nachrichtenagentur dpa: „Bei unseren Planungen bleibt es bei der Anfangszeit 23 Uhr.“ Damit zeigt die traditionsreiche Sendung die Berichte von der Fußball-Bundesliga mehr als ein Stunde nach dem vertraglich erlaubten Sendetermin.
 
Bei der letzten Rechtevergabe erwarb das ZDF das Paket J, das von der neuen Saison an eine Zweitverwertung am Samstag von 21.45 Uhr an erlaubt. Doch der öffentlich-rechtliche Sender zeigt zu dieser Zeit wegen der höheren Quote lieber Krimis und wartet trotz der jährlichen Lizenzzahlung von geschätzten mehr als 20 Millionen Euro mit der Ausstrahlung der teuren Bilder.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) findet das nicht angemessen. „Wenn das ZDF, das viel Geld bezahlt, entscheidet, das Sportstudio weiter erst um 23 Uhr auszustrahlen, ist es seine Entscheidung“, sagte Christian Seifert, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, bei der Rechtevergabe: „Ich kann mir nur wünschen, dass das Sportstudio früher kommt.“ Dieser Wunsch wird nicht erfüllt, von Ausnahmen wie am kommenden Samstag abgesehen. „Das ist eine Festlegung des Senders“, sagte Gruschwitz und erklärte: „Das liegt an der Gesamtstruktur des Samstagabends.“
 
Weniger Zuschauer als früher, als das Sportstudio eine Stunde eher ausgestrahlt wurde, hat das ZDF zur späten Sendezeit nicht festgestellt. „Die Akzeptanz ist in Ordnung“, sagte Gruschwitz: „Bei den Marktanteilen haben wir oft bessere Werte erreicht.“ Das liegt freilich daran, dass es insgesamt weniger Zuschauer nach 23 Uhr gibt und die prozentualen Werte dadurch steigen.
 
Ein Änderung bietet die ARD. Von der kommenden Saison an gibt es in den Dritten Programmen eine einheitliche „Sportschau“ am Sonntag. Die 20-minütige Sendung soll auf allen Regionalkanälen um 21.45 Uhr gezeigt werden und abwechselnd von Reinhold Beckmann, Gerhard Delling und Matthias Opdenhövel moderiert werden. Bisher gab es eine Art Flickenteppich mit unterschiedlichen Sendeformaten und -zeiten.
 
Allerdings verschenkt auch die ARD Zeit. Sie hat unter anderem das Paket L erworben und dürfte die Höhepunkte der Sonntagsspiele von 21.15 Uhr an zeigen. „Es ist eine Entscheidung der ARD, was sie mit den Möglichkeiten anfängt“, sagte dazu Seifert. Samstags werden die ersten Bilder bei der ARD um 18.30 Uhr gesendet.
 
Keine Zeit vergeuden wird das Portal „Bild.de“, das von der kommenden Saison an Zusammenfassungen im Internet zeigen darf. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, nur die Preise für die verschiedenen Pakete sind noch nicht veröffentlicht. Eine Stunde nach Spielschluss darf die Internet-Plattform bewegte Bilder zeigen und will das auch aktuell umsetzen.
 
Technische Hilfe erhält der Springer-Verlag vom Dienstleister Plazamedia, der mit der Produktion der Highlight-Zusammenfassungen beauftragt wurde. Redaktionelle Dienstleistungen erbringt der ebenfalls zur Constantin Medien AG gehörende Sender Sport1, der TV-Reporter für die verschiedenen Zusammenfassungen von „Bild.de“ stellt. Dabei werden einige Kommentatoren sein, die an diesem Samstag das letzte Mal für „Liga total“ im Einsatz sind. [Michael Rossmann/fm]

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16 Kommentare im Forum

  1. AW: Bundesliga: ARD und ZDF nutzen ihre TV-Rechte nicht komplett aus Das dürfte einzig mit der Institution "Tatort" zusammenhängen und ist auch gut so, dass hier das Programm nicht an der Bundesliga ausgerichtet wird und "Tatort" am Sonntag nicht erst um 22.00 Uhr in der ARD. Da gibts ja Sender, wo das anders ist.
  2. AW: Bundesliga: ARD und ZDF nutzen ihre TV-Rechte nicht komplett aus Das ist ja mal interessant. Ich denke schon, dass es sich lohnen würde, wenn das ZDF das Sportstudio bereits um 22 Uhr sendet.
  3. AW: Bundesliga: ARD und ZDF nutzen ihre TV-Rechte nicht komplett aus Zur ARD: es dürfte wenig Sinn machen, die Bundesliga-Spielberichte gegen das Hauptabendprogramm der Sender zu programmieren. Auch um 21:15 Uhr ist erste Spiel dann schon seit 4 Stunden, das letzte Spiel bereits seit 2 Stunden beendet. Die Programmierung dürfte den Sehgewohnheiten der meisten Zuschauer entgegenkommen, die eben Tatort oder wegen mir auch Pilcher zunächst zuende schauen wollen. ZDF: Das ist schon eine andere Sache, hier wäre ein früherer Start wünschenswert, da 23 Uhr schon arg spät ist. Gut, ich schaue es eh sehr selten, daher ist es mir persönlich wurscht.
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