DAZN kalt erwischt von Amazons Bundesliga-Debüt: Wie geht es nun weiter?

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Bild: © victor217 - Fotolia.com
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Während Eurosport wohl aus dem TV-Vertrag der Bundesliga raus ist, hat sich DAZN auf eingene Faust wieder zurückmeldet, wurde dann aber wiederum von Amazons Einstieg überrascht. Was die DFL mit den Eurosport-Spielen vor hat, ist indes noch unklar.

Eurosport ist nach Informationen der Deutschen Presse Agentur wohl aus dem TV-Vertrag raus, spielte aber eine pikanterweise zentrale bei Amazons Bundesliga-Premiere. Bei den rund 24 Stunden vor der Übertragung begonnenen Vorbereitungen und der knapp zweistündigen Live-Übertragung spielte kurioserweise ausgerechnet der bei der DFL in Ungnade gefallene Discovery-Sender eine entscheidende Rolle. Neben dem TV-Dienstleister Plazamedia war auch Eurosport an der Produktion beteiligt – die Moderatorin Anna Kraft und der Kommentator Matthias Stach arbeiten sonst ebenfalls bei Eurosport.

Amazons Einstieg war erst möglich geworden, weil der Konzern Eurosport/Discovery nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur seinen Vertrag mit der DFL gekündigt hatte. Bis zur Corona-Pause zeigte DAZN die Bundesliga über eine Sublizenz von Eurosport, die 30 Spiele am Freitag sowie jeweils fünf am Sonntag und Montag umfasst. Doch dieser Kontrakt besitzt wegen der Eurosport-Kündigung wohl keine Gültigkeit mehr.

Blackout abgewendet, Kasse klingelt

Daher hatte sich DAZN am Sonntag mit der DFL auf einen Kontrakt für zunächst ein Spiel geeinigt. Doch dabei handelte es sich um kein Exklusiv-Recht, so dass die Liga mit dem Amazon-Deal zusätzliches Geld einnehmen und zusätzliche Reichweite erzeugen konnte.

Wie geht es nun weiter? „Hinsichtlich weiterer Spiele befindet sich die DFL in Gesprächen“, heißt es bei der Liga. Am kommenden Bundesliga-Wochenende geht es sogar um zwei Spiele, die Freitagsbegegnung mit dem Berliner Derby Union gegen Hertha sowie die Partie am Sonntag um 13.30 Uhr (Schalke gegen Augsburg).

Ein Blackout, wie bis Sonntag zunächst befürchtet werden musste, ist für die nächsten Spiele jedenfalls nicht zu erwarten, da es offensichtlich Interessenten gibt. Neben DAZN und Amazon würde auch die Telekom als inzwischen etablierter Sport-Sender in Frage kommen.

Anders als ARD oder ZDF: das Rechtepaket gilt nur für den Pay-Bereich.
[bey/Michael Rossmann und Claas Hennig]

Bildquelle:

  • Sport-Fussball-Stadion-Kamera: © victor217 - Fotolia.com

93 Kommentare im Forum

  1. Weil es ja mindestens zwei Anbieter sein muss für die Bundesligarechte soll es Sky und Amazon werden(y)
  2. DAZN brauchen ja viele dann gar nicht mehr für das ganze Nischengedöns. Spart man sich ja 12,-€ wenn man Prime eh schon hat. (y)
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