DI der Woche: Maßnahmen gegen Werbung auf illegalen Portalen

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Online-Portale, die illegal urheberrechtlich geschützte Inhalte wie Kinofilme anbieten, sind aufgrund ihrer Reichweite für Werbetreibende interessant. Jedoch will die Werbeindustrie nun diese Finanzierungsquelle der Online-Piraterie versiegen lassen.

Laut einer Studie von Google und der britischen Verwertungsgesellschaft PRS nehmen illegale Streaming-Portale wie das inzwischen geschlossene Kino.to 89 Prozent ihrer Umsätze über Werbung ein. „Kino.to war ein wirtschaftlich profitables System durch Werbung“, sagt daher auch Matthias Leonardy, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Auf solchen illegalen Online-Portalen sind inzwischen nicht mehr nur Abo-Abzocker, Browsergame-Hersteller oder Porno-Anbieter unterwegs. Es tauchen auch Versandhändler und Autohersteller auf. „Aber auch Handyprovider sind keine Seltenheit mehr“, erläutert Jens Scheidemann, Geschäftsführer von Batch Media. Unter seiner Führung will der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) ein „Lab Ad-Verifizierung“ gründen, um die Werbefinanzierung illegaler Online-Portale einzudämmen.

Auch der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) ist nicht tatenlos. Der ZAW hat einen Branchendialog eingerichtet, an dem sich Vertreter der digitalen Werbewirtschaft, der Werbetreibenden, der Agenturen und der Rechteinhaber beteiligen. Das Ziel sind eigenverantwortliche Maßnahmen. „Der Auftakt ist vielversprechend verlaufen“, sagt ZAW-Geschäftsführer Bernd Nauen gegenüber dem DF-Schwestermagazin DIGITAL INSIDER, wenngleich die Herausforderung aufgrund der internationalen Verflechtungen illegaler Angebote im Internet groß ist. Hinzu kommen technische Probleme. „Beim sogenannten Affiliate-Marketing haben wir es oftmals mit einer Kaskade von Schaltungs- und Auslieferungsprozessen zu tun, die über viele Stationen laufen“, sagt Nauen, so dass der Werbetreibende nicht immer weiß, wo seine Werbung letzten Endes zu sehen ist. Hier wollen ZAW und BVDW ansetzen, um solche Prozesse transparenter zu gestalten.

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[mh]

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