Die ARD und das Boxen: Manager beklagen politische Einflussnahme

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Die Zukunft des Boxsports im ARD-Fernsehen ist weiter fraglich, doch regt sich vermehrt Widerstand gegen Einmischungen aus der Politik.

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Kampflos möchten einige Manager der ARD die Übertragungsrechte für Boxveranstaltungen nicht aufgeben. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, gibt es Stimmen beim Sender, die eine Fortführung der Ausstrahlung von Boxkämpfen befürworten. Das Hauptargument ist dabei die Garantie hoher Einschaltquoten mit allen einhergehenden zusätzlichen Einnahmen. Gleichzeitig habe Boxen den Vorteil, von Dopingskandalen und ähnlichem nicht betroffen zu sein, wie ein ARD-Manager der „Wirtschaftswoche“ sagte.

Aufgrund seiner Beliebtheit und weil es, anders alsbeispielsweise im Radsport, bisher nicht zu großen Skandalen um dieEinnahme von leistungssteigernden Mitteln bei Boxern gekommen ist,scheint der Boxsport  für einige Intendanten und Programmverantwortlicheder ARD eine dauerhaft gute Investition darzustellen. Die Vehemenz, mitder um die Nutzung der Übertragungsrechte gestritten wird, lässt sichjedoch nicht ausschließlich durch die potenziellen Summen erklären, umdie es bei staatlichen Fernsehverträgen gehen kann.

Hintergrundder anhaltenden Diskussionen um die Zukunft des Boxsports bei der ARDist vornehmlich die versuchte Einflussnahme aus den Rundfunkrätenbeziehungsweise der Politik (Digital Fernsehen berichtete). NamentlichRuth Hieronymi (CDU), Chefin des WDR-Rundfunkrates, hatte sich gegeneine zukünftige Ausstrahlung von Boxveranstaltungen ausgesprochen. Laut“Wirtschaftswoche“ sieht Hieronymi in den kontinuierlich hohenEinschaltquoten keinen Grund dafür, nach Auslaufen des aktuellenVertrags weiterhin Boxkämpfe im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zuzeigen. Diese Haltung stößt mittlerweile auf immer mehr Gegenwehr.

EinUrteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 25. März fordert eineReduktion der Anteile von Politikern und staatsnahen Personen in denAufsichtsräten der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten. DiesesUrteil könnte in den aktuellen Auseinandersetzungen möglicherweise alsPräzedenzfall fungieren. Dass es akut gesellschaftlich relevant ist,zeigt eine Diskussionsveranstaltung, die vom Institut für EuropäischesMedienrecht Mitte April in Berlin zu diesem Thema veranstaltet wird. InBezug auf die derzeitigen internen Diskussionen bei der ARD beschreibtein dort angestellter hochrangiger Manager in der „Wirtschaftswoche“ denSachverhalt so: „Es geht auch darum, wer in Sachen Inhalte eigentlichdas Sagen hat – Programmverantwortliche oder Gremien.“. [ca]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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6 Kommentare im Forum

  1. AW: Die ARD und das Boxen: Manager beklagen politische Einflussnahme Ich hoffe auch das es witerhin Boxkämpfe bei der ARD gibt denn Alternative Sender gibt es ja keine.
  2. AW: Die ARD und das Boxen: Manager beklagen politische Einflussnahme Für ein wenig Boxen sollte das Geld wohl noch reichen
  3. AW: Die ARD und das Boxen: Manager beklagen politische Einflussnahme Fernsehen, gerade öffentlich-rechtlich, muss irgendwo auch eine gewisse Vielfalt bieten. Insofern wäre es zu begrüssen, wenn viel verschiedener Sport laufen würde. Ich persönlich bin kein grosser Boxfan, kann aber die verstehen, die ihn gerne behalten würden. Und Samstags abends läuft auf vielen anderen Sendern Alternativprogramm. Da kann ich dann schon was finden.
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