Drittsendezeiten: Sat.1 muss dctp & News and Pictures behalten

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nach Monaten des Streits, eines Gerichtsverfahrens und sogar dem Wechsel der Landesmedienanstalt wurden die Drittsendezeiten bei Sat.1 nun neu vergeben. Das Ergebnis ist wenig überraschend: den Zuschlag bis 2018 erhielten dctp und News Pictures – wie immer.

Die beiden Produktionsfirmen dctp und News and Pictures werden auch weiterhin die Sendezeiten für unabhängige Dritte im Programm von Sat.1 bespielen. Die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) hat im zweiten Anlauf die Drittsendezeiten erneut an die beiden Bewerber vergeben, die bereits seit Jahren den Zuschlag erhalten. Dies teilte die LMK am Dienstag mit. dtcp und News and Pictures hatten bereits bei der ersten Vergabe-Entscheidung den Zuschlag bekommen, dieser wurde allerdings im September 2012 vom Verwaltungsgericht Neustadt aufgehoben. Die LMK nahm das Verfahren daher wieder auf.

Die Zulassungen gelten dabei vom 1. Juni bis zum 31. Mai 2018 und betreffen die Formate „Weck up“ und „Planetopia“ von News and Pictures sowie die Sendungen „News and Stories“ und „Spiegel TV Reportage/Focus TV Reportage“, die von der dctp verantwortet werden. In ihrer Begründung führten die Medienwächter an, dass die beiden Produktionsfirmen sich gegen die anderen Bewerber durchsetzen konnte, „weil sie die Vorgaben mit ihren Angeboten sowohl in der Einzelabwägung gegen die Mitbewerber wie auch in der Gesamtheit am besten erfüllen“.
 
„Ich begrüße die Entscheidung“, erklärte LMK-Direktorin Renate Pepper. Sie zeige, dass in einem komplexen und anspruchsvollen Verfahren eine Einigung zwischen den Beteiligten erzielt werden kann.
 
Im vergangenen Jahr hatte die Entscheidung der LMK für reichlich Wirbel gesorgt, denn Sat.1 war mit dem erneuten Zuschlag für die dctp und News and Pictures alles andere als Zufrieden. Der Streit eskalierte schließlich, als der Privatsender eine neue Sendelizenz bei der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) beantragte und damit seiner bisherigen Medienanstalt den Rücken kehren wollte. Während die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) diesem Wechsel bereits zugestimmt hatte, legte die LMK Klage gegen die neue Lizenz ein – allerdings ohne Erfolg. Daher steht der Privatsender seit dem 1. Juni nun unter der Aufsicht der MA HSH.
 
Zwischenzeitlich wurden auch diskutiert, ob Sat.1 angesichts sinkender Marktanteile überhaupt noch in der Pflicht sei, Drittsendezeiten im Programm frei zu räumen. Laut Rundfunkstaatsvertrag sind TV-Programme, die im Jahr durchschnittlich zehn Prozent Sehbeteiligung verbuchen können und somit einen meinungsbildenden Einfluss haben, dazu verpflichtet, Drittsendezeiten zu vergeben.
 
Im vergangenen Jahr lag der Marktanteil von Sat.1 aber nur noch bei 9,89 Prozent – Tendenz sinkend. Lediglich durch den Wert der gesamten Sendergruppe ProSiebenSat.1, die noch knapp über die nötigen 20 Prozent kam, war der Sender weiter in der Pflicht. Daher hatte man bei Sat.1 sicherlich gehofft, angesichte der aktuellen Zahlen nun ab dem kommenden Vergabezeitraum, der am 1. Juni beginnt, von dieser Pflicht entbunden zu werden. Die KEK hat im Mai allerdings entschieden, das Sat.1 trotz sinkender Marktanteile weiterhin Drittsendezeiten für unabhängige Dritte anbieten muss. [fm]

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1 Kommentare im Forum

  1. AW: Drittsendezeiten: Sat.1 muss dctp & News and Pictures behalten Tja, blöd gelaufen für Sat.1 Dabei konnte ihnen etwas Besseres als die LMK gar nicht passieren
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