Eco-Verband drängt auf „nacktes DSL“

0
15
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

Köln – Der Eco Verband der deutschen Internetwirtschaft fordert die Bundesnetzagentur (BNetzA) auf, den von ihr vorgelegten Vorschlag zur Regulierung des Breitband-Internet in Deutschland „äußerst zügig“ umzusetzen, nachdem die Zustimmung der EU-Kommission dazu erfolgt ist.

Dazu müssten auch die erweiterten Kommissions-Forderungen und insbesondere die Einbeziehung des neuen VDSL-Netzes in die Regulierung erfolgen, fordert der Eco-Verband.

Die EU-Kommission habe jetzt zu Recht klargestellt, dass diese für die digitale Zukunft Deutschlands besonders wichtige Infrastruktur nicht auf die Deutsche Telekom beschränkt werden darf, sondern dem Markt insgesamt zur Verfügung gestellt werden muss, erklärt Eco-Geschäftsführer Harald A. Summa.
 
Zudem weist der Verband darauf hin, dass die anstehende Regulierung des Breitbandnetzes in Deutschland nicht auf das neue Highspeed-Netz begrenzt sein dürfe. Vielmehr sei der Bitstromzugang unabhängig von der eingesetzten Technologie (ADSL2, ADSL2+, SDSL und VDSL) unabdingbar für die von der Kommission dringend angemahnte Stärkung der Wettbewerbssituation im deutschen Breitbandmarkt, betont Summa.

Daher sei die Einführung eines Bitstrom-Vorleistungsproduktes in Deutschland äußerst dringend, nachdem diese Forderung drei Jahre nach Inkrafttreten des entsprechenden EU-Rechtsrahmens in Deutschland im Unterschied zu den meisten anderen EU-Ländern immer noch nicht Realität geworden ist.
 
„Wir fordern ebenso wie die EU-Kommission endlich das nackte DSL, also DSL in jeder Technologie ohne parallel bereitgestellten Telefonanschluss in Deutschland“, erklärt Summa. Bislang hat die Deutsche Telekom den Internetzugang stets mit dem Telefon gekoppelt: Wer ins Internet will, ist zu einem Telefonanschluss beim Ex-Monopolisten zwangsverpflichtet. Neben dem Bitstromzugang auf IP-Ebene solle auch der Zugang zum ATM-Netz in Deutschland ermöglicht werden.
 
„Nachdem die Bundesnetzagentur schon Ende letzten Jahres feststellte, dass die Deutsche Telekom beim ATM-Zugang für Großkunden marktbeherrschend ist, müsse die Bundesnetzagentur auch hier unverzüglich Abhilfemaßnahmen ergreifen, fordert Summa. Bei dem von der Deutschen Telekom „freiwillig“ angebotenen Produkt „Premium Bitstream Access“ (P-BSA) handele es sich um „reine Augenwischerei“ und keineswegs um ein nachfragegerechtes Bitstrom-Vorleistungsprodukt, wie die mangelnde Marktakzeptanz zeige. [sch]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

Kommentare im Forum

Die Kommentarfunktion ist noch nicht aktiviert