Einheitliche Lautstärke: ARD, ZDF und Private kooperieren

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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ARD und ZDF haben im November angekündigt, in den Werbepausen die Ohren der Fernsehkonsumenten zu schonen und die Lautstärke der Reklame-Spots zu verringern. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten streben eine Zusammenarbeit mit den privaten Free- und Pay-TV-Anbietern an.

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Die Lautstärke der Programme soll harmonisiert und dieLautheitsunterschiede im Programmablauf sowie zwischen den einzelnenSendern verringert werden, teilte die ARD am Freitag mit. Gemeinsam mit den privaten Free- und Pay-TV-Anbietern streben die Öffentlich-Rechtlichen an, ab der IFA 2012 (31. August 2012) in einer einheitlichen Lautstärke zu senden – sowohl in den Programmbeiträge, also auch bei Werbung und Programmhinweise. Auch die Programmanbieter in Österreich und der Schweiz planen auf das einheitliche Verfahren umzustellen.
 
Möglich werde diese gemeinsame Initiative durch die Anwendung einer neuen internationalen Empfehlung der EBU (European Broadcasting Union) zur Lautheitsmessung und -Aussteuerung. Mit Hilfe einer neuen Generation von Mess- und Aussteuerungsgeräten soll die Umstellung von der bisherigen Spitzenpegel- hin zu einer zukünftigen Lautheitsaussteuerung erfolgen. Dadurch könne künftig die Lautstärke am Sendeausgang auf einen definierten Wert festgelegt werden, wodurch unterschiedliche Lautstärke zwischen Werbeblöcken und dem übrigen Programm sowie beim Umschalten zu anderen Sendern nicht mehr wahrgenommen werden sollen.

Bereits im November hatten ARD und ZDF angekündigt, ab dem 1. Januar 2012 die schillernden und lautstarken Werbespots nur noch dann annehmen zu wollen, wenn sie einen bestimmtem Lärmpegel nicht überschreiten. Mit der Werbung soll auch das gesamte Programm der ARD zukünftig leiser ausfallen. „Es wird sich auch kaum noch einer erschrecken, weil es plötzlich zu laut wird“, erklärte ein Vertreter der Werbetochter.
 
Mit dem Schritt wollen die Sender die von der Einigung der öffentlich-rechtlichen Sender in der EBU beschlossene Richtlinie der „lautheitsnormierten Tonaussteuerung“ umsetzen. Mit dieser Norm wollen die Veranstalter ein in Bezug auf die Lautstärke harmonischeres Programm erreichen. Mit der neuen Richtlinie erhoffen sich die Sender eine höhere Akzeptanz von Werbung im Fernsehen.
 
Nun soll das komplette TV-Programm folgen. Der Vorsitzende der Produktions- und Technik-Kommission ARD/ZDF(PTKO), Heinz-Joachim Weber (WDR), unterstützt die gemeinsameVorgehensweise mit den privaten Programmanbietern ausdrücklich und sieht „eine realistische Chance, ein bereits seit vielen Jahren bestehendes undbekanntes Problem im Sinne unserer Zuschauer zu lösen“.
 
Die Anpassung sei mit einem erheblichen organisatorischen, technischen und finanziellen Aufwand verbunden, verdeutlichte Sebastian Artymiak, Leiter Medientechnologie des VPRT. „Diegeplante Anpassung stellt nun auch einen wichtigen Schritt für diesenderübergreifende Optimierung dar“, so Artymiak. [js/rh]

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  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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8 Kommentare im Forum

  1. AW: Einheitliche Lautstärke: ARD, ZDF und Privaten kooperieren In der Werbepause drück ich ehe immer auf dem Mute-Knopf. ^^
  2. AW: Einheitliche Lautstärke: ARD, ZDF und Privaten kooperieren Werbepause?, Werbepause? was ist das??? , fragt mein Mediaplayer...
  3. AW: Einheitliche Lautstärke: ARD, ZDF und Privaten kooperieren Sehr löblich, dass auch die Privaten da mitmachen. Gerade die leben ja eigentlich vom Werbeterror. Ganz extrem ist es bei DD5.1-Spielfilmen, wenn dann auf DD2.0 für die Werbung umgeschaltet wird. Zumindest bei mir sind die Dialoge bei DD5.1 in der Regel etwas leiser, wenn man da dann die Lautstärke anpasst und dann plötzlich die Werbung losgeht bekommt man fast einen Herzinfarkt. Noch schlimmer ist es wie digger68 sagt bei Sky während der Bundesliga. Da wird ja oftmals (oder immer?) nicht richtig umgeschaltet und das lautere DD2.0 knallt dann als DD5.1 aus den Front-Speakern.
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