EU: Viele Staaten halten sich nicht an Regeln zur TV-Werbung

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Nach Festlegungen der Europäischen Kommission darf der Anteil von TV-Werbespots und Teleshoppingspots nicht das Limit von 12 Minuten pro Stunde überschreiten. Im Rahmen einer aktuellen Studie stellte die EU allerdings fest, dass viele Mitgliedstaaten sich nicht an diese Regel halten.

Wie aus einem ersten Bericht der Kommission über die Anwendung der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD) hervorging, hatte die EU die Werbepraktiken von acht Mitgliedsstaaten überprüft. Demnach wurde die 12-Minuten-Regel von mehreren Staaten regelmäßig überschritten. Den entsprechenden Staaten wurde bereits ein Schreiben zugesandt. Des Weiteren werde die Kommission die Mitgliedsländer weiterhin überprüfen und in gegebenem Falle ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten, hieß es in dem Bericht.
 
Zudem stellte die Kommission fest, dass Regeln für verschiedene Werbeformen wie Sponsoring, Eigenwerbung und Produktplatzierung noch geklärt werden müssten, da es auch hier zu einer „Reihe von Problemen“ gekommen sei. Darüber hinaus sei intensiv über den Begriff Werbespot diskutiert worden. Vor allem in Spanien gebe es Formate, die zwar eindeutig Werbecharakter tragen aber nach Meinung der spanischen Behörden keine eigentlichen Werbespots seien.

Der Gerichtshof vertritt aber den Standpunkt, dass „alle Formen derFernsehwerbung, die zwischen den Programmen oder während der Pausengesendet werden, einen Werbespot darstellen, es sei denn, diebetreffende Werbeart fällt unter eine ausdrücklich von derAVMD-Richtlinie vorgesehene
andere Form der Werbung“. Mit einer einheitlichen Auslegung des Begriffswill der Gerichtshof die TV-Zuschauer vor übermäßiger Werbungschützen, hieß es.
 
Wenige Verstöße gab es hingegen bei Alkoholwerbung, welche in den überprüften Mitgliedsstaaten 0,8 bis 3 Prozent der gesamten Werbezeit ausmachte. Auch in Bezug auf Werbung in Kindersendungen habe es wenige Verstöße gegeben. Fünf Mitgliedsstaaten verbieten sogar Werbung in Kindersendungen, vier Länder haben ein teilweises Verbot oder andere Beschränkungen für Werbung in Kindersendungen erteilt. Diese gelten entweder für bestimmte Sendezeiten oder für spezielle Produkte. Sieben Staaten haben festgelegt, dass in Kindersendungen keine Logos von Sponsoren gezeigt werden dürfen.
 
In Bezug auf die klischeebehaftete Darstellung bestimmter Bevölkerungsgruppen sei kein Staat frei von sterepotypen Darstellungen. In acht Mitgliedsländern wurden die 100 meistgesendeten Werbespots einer Analyse hinsichtlich der Diskriminierung aus Gründen des Geschlechts und geschlechtsspezifischer Rollenklischees vorgenommen. In 21 bis 36 Prozent der analysierten Spots habe sich demnach eine stereotype Darstellung von Geschlechterrollen gefunden.
 
Untersucht wurden auch die aktuellen Entwicklungen im Bereich Internetfernsehen.Hier befand die Kommission, dass lediglich bei 20 bis 30 Prozent der Smart TVs die Internetfunktionen tatsächliche genutzt werden. Hier gehen die Verantwortlichen aber davon aus, dass die Bereitstellung von High-Speed-Internetanschlüssen und die wachsende Zahl von Smart-TVs in den kommenden Jahren eine gesteigerte Nutzung mit sich bringen werden.
 
Im Bereich Medienkompetenz verfügen 28 Prozent der  EU-Bevölkerung über
Grundkenntnisse, 41 Prozent über mittlere Kenntnisse und 31 Prozent über fortgeschrittene Kenntnisse. [rh]

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18 Kommentare im Forum

  1. AW: EU: Viele Staaten halten sich nicht an Regeln zur TV-Werbung Da gibt es doch bestimmt Ausnahmeregelungen. Sonst müßten manche Sender ihr Programm ja stündlich für 48 Minuten unterbrechen.
  2. AW: EU: Viele Staaten halten sich nicht an Regeln zur TV-Werbung Da muss man nicht mal in die Nachbarländer schauen da reicht schon ein Blick in das dt. und regionale Fernsehen :-)
  3. AW: EU: Viele Staaten halten sich nicht an Regeln zur TV-Werbung Das ist mir hier schon lange aufgefallen, daß von Früher 5 Minuten sich das fast verdoppelt hat. RTL2 ist Meister in Sachen Werbung. Meine Einschätzung!
  4. AW: EU: Viele Staaten halten sich nicht an Regeln zur TV-Werbung Bei den Serien auf den Privaten sind, in der Primetime-Phase nach 20:14/20:15 pro Serienfolge meist ein Werbeblock von 10 Minuten und dann noch 2 Blöcke jeweils a 8-9 Minuten. Allerdings sind darin auch Programmvorschauen enthalten, bei denen ich nicht weiß, ob diese auch als Webung betrachtet werden. Bei der Wiederholung in der Nacht gibts dann weniger Unterbrechungen (manches Mal sogar gar keine). Auch sind die "nackten Tatsachen" oft nur 3-4 Minuten lang. Im Tagesdurchschnitt könnte dann die Vorgeschriebene Werbezeit/Stunde erreicht werden.
  5. AW: EU: Viele Staaten halten sich nicht an Regeln zur TV-Werbung Ähm ja wäre doch mal Zeit folgendes zu zitieren, aus dem Rundfunkstaatsvertrag: Werbegrundsätze und Kennzeichnugspflichten regelt §7, Richtlinien sowie Ausnahmen für regionale und lokale Veranstalter regeln § 46 und §46a unter Einbeziehung der LMA.
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