Gehasst, geliebt: Musikbranche zählt zunehmend auf Online-Markt

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Lange hat es gedauert, bis die Musikbranche die digitale Verbreitung als Chance erkannt hat. 15 Jahre lang gingen die Gewinne aus CD-Verkäufen stetig zurück und sorgten für einbrechende Umsätze, doch mittlerweile ist Online-Musik ein boomendes Geschäft und auf der Musikmesse Midem sprudeln die Ideen weiter.

Die Musikbranche sieht Licht am Horizont – digitales Licht. Sorgten MP3-Dateien durch Internetpiraterie und selbstgebrannte Kopien seit eineinhalb Jahrzehnten für stetig sinkende Umsätze, ist Online-Musik jetzt ein Boomfaktor und gleicht die wegbrechenden CD-Verkäufe wieder aus. Technologie spielt nun eine immer größere Rolle. Das zeigt sich auch auf der internationalen Musikmesse Midem, die am Wochenende im südfranzösischen Cannes startete. Das passende Motto: „Connected by Music“ (Vernetzt durch Musik).
 
Nicht Plattenfirmen oder Musikverlage sind die Innovationstreiber, sondern Onlinefirmen mit neuen Ideen. Darunter sind diesmal auch eine Handvoll deutsche Start-Ups, die in einem internationalen Wettbewerb ausgewählt wurden, um sich im sogenannten Midemlab den erwarteten 7000 bis 8000 Fachbesuchern zu präsentieren.

Die Firmen Musicplayr aus Köln und Navegas aus Berlin beispielsweise haben Musikplayer fürs Internet entwickelt, mit denen jeder Fan Musik aus unterschiedlichen Quellen in einer Abspiel-Oberfläche vereinen kann: So kann der Nutzer mit „Musicplayr“ Songs von YouTube, der Musiker-Plattform Soundcloud und seinem eigenen Computer in einer gemeinsamen Playlist verwalten, anhören und Freunden präsentieren.
 
Das Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau hat sich dagegen das Musikmachen vorgenommen und will mit dem Projekt „Songs2See“ das Erlernen von Instrumenten vereinfachen. Wie bei „Guitar Hero“ oder ähnlichen Konsolenspielen kann man hierbei Lieder vom Computer direkt nachspielen, allerdings mit dem eigenen Instrument.
 
Zwei weitere deutsche Teilnehmer sind die Berliner Start-Ups Ondango und Pipe, welche gute Beispiele dafür liefern, dass eine Anwendung im digitalen Bereich für viele Branchen nützlich sein kann. Mit Ondango können Firmen über Facebook Waren aller Art verkaufen – Songs, Kleidung oder Lebensmittel. Pipe schafft eine namensgebende Art Pipeline, über die Nutzer Dateien austauschen können, egal ob Musik, Fotos, Texte oder Grafiken.

Die Musikriesen gehören zu mehr als 200 Unternehmen und Verbänden aus Deutschland, die noch bis Dienstag an der Midem teilnehmen. Auf der Künstlerseite ist die Bundesrepublik mit Star-DJ Paul van Dyk vertreten, der erklären soll, wie sich Musiker eine langfristige Karriere aufbauen können. Britische Stars wie Joss Stone oder Amy-Winehouse-Produzent Mark Ronson geben ebenfalls Einblicke in ihr Schaffen.
 
Die französische Jazzpop-Sängerin Patricia Kaas hingegen nutzte die Midem am Sonntag ganz klassisch zur Vorstellung ihres ganz klassischen neuen Projektes: „Kaas chante Piaf“ (Kaas singt Piaf) heißen ihr neues Album und ihre Tour, mit denen sie ab November live in 35 Ländern der großen französischen Chansoneuse ein Denkmal setzen will.
 
Live-Musik war auch am Samstagabend angesagt. Bei den 13. NRJ Music Awards räumte das US-amerikanische Electro-Duo LMFAO zwei Preise ab und riss die Fans im Palais des Festivals von den Stühlen. Mit ihrem Auftritt im silbernen Glitzer-Slip und Boxer-Shorts sorgten die Amerikaner auch für den Hingucker des Abends neben der französischen Sängerin Shy’m, die im hautengen durchsichtigen Plastikkorsett tief blicken ließ. [Patrick T. Neumann]

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7 Kommentare im Forum

  1. AW: Gehasst, geliebt: Musikbranche zählt zunehmend auf Online-Markt Der Content-Mafia wird noch das Fleisch vom Knochen abgezogen werden! Das Oligopol der 4 Plattenfirmen muss zerschlagen werden! Kim Dotcom wird es am Ende allen zeigen!
  2. AW: Gehasst, geliebt: Musikbranche zählt zunehmend auf Online-Markt Kim Dotcom wird es hoffentlich niemand mehr zeigen. Was der Typ getan hat war einfach kriminell. Hoffentlich kriegt der richtig was auf die Mütze. (und die Leute die illegal gesaugt haben ebenfalls).
  3. AW: Gehasst, geliebt: Musikbranche zählt zunehmend auf Online-Markt Da hat aber jemand ganz feuchte Träume.
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