Georg Kofler verlässt Premiere

97
12
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
Anzeige

München – Erst vor wenigen Tagen machte Georg Kofler von sich reden, als er Premiere zuliebe die öffentlich-rechtliche „Sportschau“ abschaffen wollte. Nun verabschiedet sich der Pay-TV-Verfechter von der Bühne.

Wie Premiere heute bekannt gab, habe der Vorstandsvorsitzende um die „vorzeitige Auflösung seines Dienstvertrages gebeten“. Bereits am Sonntag hätten das Unternehmen und Kofler die einvernehmliche Aufhebung des Vertrages unterzeichnet.

„Nach dem erfolgreichen Vertragsabschluss mit arena beginnt für Premiere eine neue Entwicklungsphase: die Weichen sind wieder auf Wachstum gestellt, die strategische Ausgangsposition ist hervorragend. In den kommenden Monaten werden wichtige Rechtepakete auf den Markt kommen. Es geht um Vertragslaufzeiten bis 2012 oder länger, entsprechend langfristig sind strategische Weichenstellungen und operative Geschäftspläne zu entwickeln“, erklärte Kofler. „Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich für einen solchen Zeithorizont nicht mehr für die Vorstandsarbeit bei Premiere zur Verfügung stehe. Konsequenterweise übergebe ich daher jetzt, bevor diese wegweisenden Entscheidungen anstehen, die Verantwortung in die Hände meines Nachfolgers. Ich denke, dass der Zeitpunkt für einen Führungswechsel bei Premiere jetzt richtig ist.“
 
Der Abschied vom Sender beruhe auf der „persönlichen Lebensplanung“, verkündete der nunmehr Ex-Vorstandsvorsitzende, der seit 25 Jahren mit Fernsehen zu tun hat. Nun will Kofler eine Unternehmensgruppe aufbauen, „die sich in ausgewählten Wachstumsmärkten positioniert“. In die Medienbranche will er aber nicht zurückkehren.
 
Kofler ging 1985 zum Österreichischen Rundfunk (ORF), arbeitete ein Jahr später in der Kirch-Gruppe und wurde 1988 Geschäftsführer von Eureka Television, das 1989 als ProSieben auf Sendung ging. 1992 startet der Fernsehmacher das heutige Kabel eins, initiierte 1995 den Teleshopping-Sender HOT, 2000 folgte N24. Ende 2000 verließ Kofler die ProSieben Media AG, im Februar 2002 übernahm er die Geschäftsführung von Premiere.
 
Von dem Münchner Medienkonzern hat sich der künftige Unternehmer auch finanziell getrennt. Bereits in der vergangenen Woche verkaufte er seine Aktienanteile. Die 1,227 Millionen Stück machten 1,25 Prozent des Grundkapitals der Pay-TV-AG aus. Der Verkauf erfolgte börslich.
 
Neuer Vorstandsvorsitzender bei Premiere wird Michael Börnicke. Seine Aufgabe als Finanzvorstand wird künftig Alexander Teschner übernehmen, der bisher stellvertretender Finanzvorstand war. [ft]

Bildquelle:

  • Medien_Maerkte_Artikelbild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com

97 Kommentare im Forum

  1. AW: Premiere sendet künftig ohne Georg Kofler Der Käpt'n verlässt das sinkende Schiff. Das war ja zu erwarten. Premiere stand ja schon im Winter vor den Ruin. Nur gut das ARENA den Sauhaufen ( und seine Schulden ) nicht aufgekauft haben. Mal sehen welchen Sender ,,KOFI,, nun zugrunde richtet. Gruss aus Neustadt
  2. AW: Premiere sendet künftig ohne Georg Kofler Tschüß Herr Kofler Ihr Verdienst war es, PREMIERE 2002 vor dem Aus gerettet zu haben. Leider mussten auch Sie nach 4-5 Jahren erkennen, dass das PayTV Potenzial in Deutschland nunmal begrenzt ist und die Aboeeinnahmen und Abozahlen irgendwann an eine Limitwand stoßen, die sich auch mit größten Anstrengungen nicht durchbrechen lässt. Man sagt immer so schön, dass man auf dem (persönlichen wie wirtschaftlichen) Höhepunkt abtreten sollte. Diesen Zeitpunkt haben Sie scheinbar genau gewählt . Die Aktie halbwegs wieder im reinen, aber die Bundesliga für teures Geld/Aktien zurückgekauft, ohne Aussicht auf signifikante Neukundenzahlen, mindestens bis 2009. Ein stetig sinkender ARPU, Kündigungsquoten über 20%, billige Rückholerangebote von der Ausnahme zu Regel geworden, sparen an Programmrechten (Golf HD, Serien, ältere Filme), Technik (Bitraten) und Personal (Callcenter). Das alles wird sich in den kommenden Monaten noch potenzieren, da ihr Nachfolger ein echter Fuchs in Sachen Controlling ist Die erste Amtshandlung Ihres Nachfolgers, 10 Millionen in 1-2-3tv zu pumpen, damit "finanzstarke" PREMIERE Abonnenten fleißig einkaufen und euch Provisionen bringen, lassen mich leider für die Zukunft düsteres im PREMIERE Programm ahnen. Ab sofort gilt dann wohl nur noch..gut ist was nichts oder wenig kostet und dabei noch Rendite abwirft, nicht was Abonnenten gefällt.
  3. AW: Georg Kofler verlässt Premiere Welche Anmerkung.... Ohne Kofler wäre Premiere von der Bühne verschwunden 2002. Das ist ein Fakt. Und ein Murdoch-PAY-TV wird sich niemand ernsthaft wünschen. Das gejammer wird spätestens bei den werbeverseuchten Zwangseinstiegspaketen losgehen und beim insgesamt teureren PAY-TV enden... Nein ich sehe keine rosigen Zeiten für Premiere. Aber spätestens 2009 währe er ja wohl sowieso gegangen.
Alle Kommentare 97 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum